Karel Jaroš

29. Januar 1899, Strakonitz (Strakonice) – 18. Dezember 1942
Karel Jaroš

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Karel Jaroš, 1940

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. III

Karel Jaroš tritt nach seinem Abitur 1917 als Einjährig-Freiwil­liger in ein öster­reichisches Artillerie­regiment ein und nimmt am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegs­ende studiert er Rechts­wissen­schaften und pro­moviert 1922 zum Dr. jur., anschließend dient er in der Tschecho­slo­wakischen Armee. 1924 tritt er in den Polizei­dienst ein.
Von 1936 bis zur Annexion des Sudetenge­biets im Herbst 1938 leitet er die politische Abteilung der Polizei­direktion in Reichen­berg (Liberec). Anschließend ist er wieder bei der Polizei­direktion in Prag tätig und zuletzt stell­vertre­tender Bezirks­leiter des Polizei­kommissariats Prag-Karo­linental.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht schließt sich Karel Jaroš der nationalen Wider­stands­bewegung an und wird Mitglied der gehei­men Militär­organi­sation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation). Er leitet Infor­mationen von Mitarbei­tern des Polizeidiensts und verschiedener Behör­den des „Protek­torats Böhmen und Mähren” weiter und organi­siert die Her­stellung gefälschter Ausweise.
Er wird am 3. Mai 1940 festge­nommen und am 12. Juni 1942 vom „Volks­gerichtshof” zusammen mit acht wei­teren Angeklagten wegen „Vorbe­reitung zum Hochver­rat” zum Tode verurteilt. Karel Jaroš wird am 18. Dezem­ber 1942 in Berlin-Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefäng­nisses Plötzensee von Karel Jaroš

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Karel Jaroš und andere vom 14. Januar 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-352-2

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Karel Jaroš und andere vom 12. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. IV

Übersetzung des Abschiedsbriefs von Karel Jaroš an seine Frau Inka vom 18. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. IV

Bekanntmachung der Hinrichtung von Karel Jaroš und anderen, plakatiert Ende Dezember 1942 in Prag

Bundesarchiv R 3017/11109, Bd. IV

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