Václav Jasanovský

19. September 1896, Tschernutz (Černuc) – 8. September 1943
Václav Jasanovský

Aufnahme von Václav Jasanovský

Privatbesitz

Der Schneidergeselle Václav Jasanovský tritt nach dem Ersten Weltkrieg in den Po­lizeidienst ein und ist als Gendarmerie­wachtmeister tätig. 1929 beendet er krankheitsbedingt seinen Dienst und arbeitet fortan in Privatstellungen. 1933 wird er Mitglied der patriotisch geprägten Turner­vereinigung Sokol und 1935 haupt­amtlich Sokol-Gau­sekretär in Raudnitz (Roudnice).
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die deutsche Wehrmacht schließt sich Václav Jasanovský dem Widerstand gegen das NS-Besatzungsregime an und unterstützt nach dem Verbot der Sokol-Orga­nisation im Oktober 1941 notleidende Hinterbliebene von festge­nommenen und ermordeten Funktionären.
Ende Oktober 1942 – nach dem Attentat auf den stell­vertretenden „Reichsprotektor von Böhmen und Mähren” Reinhard Heydrich vom 27. Mai 1942 in Prag – wird Václav Jasanovský wie zahlreiche andere Sokol-Ange­hörige festge­nommen.
Am 5. August 1943 wird er vom 5. Senat des „Volksge­richtshofs” zusammen mit Gustav Andres und sechs weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt. Alle acht Männer werden am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Organigramm des Kreiskommandos IV der Sokol-Organisation in Böhmen, Ende 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Gustav Andres und andere vom 5. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Sterbeurkunde von Václav Jasanovský vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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