Hermann Kaiser

31. Mai 1885, Remscheid – 23. Januar 1945
Hermann Kaiser

Hermann Kaiser

Bundesarchiv Bild 146-1985-086-28A

Hermann Kaiser tritt nach Beendigung seines Studiums als „Einjähriger“ in das Naussauische Feldartillerie­regiment Nr. 11 „Oranien“ ein. 1912 beginnt er als Studienrat an einem Wiesbadener Gymnasium zu unterrichten, bis er 1914 an der Westfront eingesetzt wird. Nach dem Krieg arbeitet er wieder als Lehrer.
Aus seiner national-konservativen Einstellung heraus begrüßt Kaiser zu Beginn der 1930er Jahre zunächst das Erstarken der nationalsozialistischen Bewegung, bis seine religiös-humanistische Gesinnung ihn die Verbrechen der Nationalsozialisten erkennen lässt.
1939 wird er zur Wehrmacht einberufen und im Juni 1940 als Kriegstagebuchschreiber im Oberkommando des Heeres eingesetzt. Dort entstehen Verbindungen zu Friedrich Olbricht, Ludwig Beck und Carl Goerdeler. Kaisers Position erlaubt es ihm, zwischen dem zivilen und dem militärischen Widerstand zu vermitteln. Er erklärt sich bereit, nach dem Umsturz das Amt eines Staatssekretärs im Kultusministerium zu übernehmen und er ist als Verbindungsoffizier im Wehrkreis XII (Wiesbaden) vorgesehen.
Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 wird Hermann Kaiser festgenommen und nach Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße gebracht. Am 17. Januar 1945 findet sein Prozess vor dem „Volksgerichtshof” statt, er wird zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Liste der politischen Beauftragten und Verbindungsoffiziere. Rekonstruktion der „Sonderkommission 20. Juli 1944” vom 25. Juli 1944

Bundesarchiv NS 6/4

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Hermann Kaiser und Busso Thoma, 17. Januar 1945

Bundesarchiv NS 6/22

Hermann Kaiser vor dem „Volksgerichtshof”, 17. Januar 1945

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Sterbeurkunde von Hermann Kaiser vom 25. Januat 1945

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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