Hermann Kaiser
Aus seiner national-konservativen Einstellung heraus begrüßt Kaiser zu Beginn der 1930er Jahre zunächst das Erstarken der nationalsozialistischen Bewegung, bis seine religiös-humanistische Gesinnung ihn die Verbrechen der Nationalsozialisten erkennen lässt.
1939 wird er zur Wehrmacht einberufen und im Juni 1940 als Kriegstagebuchschreiber im Oberkommando des Heeres eingesetzt. Dort entstehen Verbindungen zu Friedrich Olbricht, Ludwig Beck und Carl Goerdeler. Kaisers Position erlaubt es ihm, zwischen dem zivilen und dem militärischen Widerstand zu vermitteln. Er erklärt sich bereit, nach dem Umsturz das Amt eines Staatssekretärs im Kultusministerium zu übernehmen und er ist als Verbindungsoffizier im Wehrkreis XII (Wiesbaden) vorgesehen.
Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 wird Hermann Kaiser festgenommen und nach Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße gebracht. Am 17. Januar 1945 findet sein Prozess vor dem „Volksgerichtshof” statt, er wird zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Liste der politischen Beauftragten und Verbindungsoffiziere. Rekonstruktion der „Sonderkommission 20. Juli 1944” vom 25. Juli 1944
Bundesarchiv NS 6/4
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Hermann Kaiser und Busso Thoma, 17. Januar 1945
Bundesarchiv NS 6/22
Hermann Kaiser vor dem „Volksgerichtshof”, 17. Januar 1945
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Sterbeurkunde von Hermann Kaiser vom 25. Januat 1945
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung






















