Josef Kaiser

19. Januar 1890, Lichtenberg/Bezirk Warnsdorf (Varnsdorf) – 6. September 1940
Josef Kaiser wächst in Lichtenberg im Bezirk Warnsdorf in den Sudeten auf und arbeitet nach der Schule als Maurer­lehrling, um sich die Handelsschu­le zu finanzie­ren. 1916 wird er in die österreichische Armee eingezo­gen und nimmt am Ersten Weltkrieg mit Aus­zeichnungen teil. Der von ihm nach Kriegsende ins Leben gerufene Handel mit Abfäl­len erleidet 1921/22 infolge eines Preissturzes Konkurs, anschließend lebt er von Gelegen­heits- und Provisions­arbeiten.
Im April 1938 lässt sich Josef Kaiser für den tschecho­slowakischen Nachrichtendienst anwerben. Bis zum Herbst 1938 unter­nimmt er mehrere Fahrten in das deut­sche Grenz­gebiet und erstattet Bericht über Truppen­bewegungen der Wehrmacht. Zudem wirbt er den Schneider Rudolf Worm als weiteren Nachrichtenträger.
Nach der Annexion der Sudeten durch das Deutsche Reich und der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht werden Josef Kaiser und Rudolf Worm am 5. Mai 1939 festgenommen und am 4. Juni 1940 vom „Volksgerichtshof” wegen „Landesverrats” zum Tode verurteilt. Beide Männer werden am 6. September 1940 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Josef Kaiser

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Josef Kaiser und andere vom 20. Januar 1940

Bundesarchiv R 3017/3587

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Kaiser und andere vom 4. Juni 1940

Bundesarchiv R 3018/2934

Sterbeurkunde von Josef Kaiser vom 6. September 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück