Johann Kansy

1. August 1885, Jaschine (Jasienie/Gmina Lasowice Wielkie) – 29. August 1941
Johann Kansy wird am 1. August 1885 im ober­schlesischen Jaschine gebo­ren und ist nach dem Besuch der Volksschule als land­wirtschaftlicher Arbeiter, Hausdiener und Lagerhalter tätig. Seit November 1914 nimmt er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und arbeitet nach Kriegsende als Lager­halter und Reisender bei mehreren Kohlefirmen. Ab Oktober 1939 ist er als Hilfsgendarm beim Landratsamt in Namslau beschäftigt.
Zwischen Oktober 1934 und August 1937 ist Kansy für den polnischen Nachrichtendienst tätig. Er sammelt Beobachtungen zur Dienststelle der Gestapo in Namslau und zum Grenzschutz im deutsch-polnischen Grenz­gebiet. Außerdem gibt er detaillierte Berichte über militärische Formationen, Befestigungsanlagen und die Lage von Flugplätzen seines eingezogenen Sohnes weiter, der erst als Angehöriger der Reichswehr in Schweidnitz stationiert ist und später der Wehrmacht unter anderem in Jüterborg und Halle an der Saale dient.
Johann Kansy wird im November 1939 festgenommen, vom 3. Senat des „Volksgerichtshofs“ am 13. Juni 1941 wegen „Landesverrats“ zum Tode verurteilt und am 29. August 1941 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Kansy

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Johann Kansy vom 13. Juni 1941

Bundesarchiv R 3018/3642

Sterbeurkunde von Johann Kansy vom 29. August 1941

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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