Paul Kempe

3. Oktober 1911, Kaltecke/Falkenberg (Okopy/Łambinowice) – 26. September 1942
Paul Kempe

Erkennungsdienstliches Foto von Paul Kempe

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 6660/1

Paul Kempe wächst mit sechs Geschwistern in einer Arbeiter­familie in Ober­schlesien auf. Er besucht die Volks­schule in Lamsdorf (Łambi­nowice) bis zur 2. Klasse und arbeitet anschlie­ßend in der Land­wirt­schaft als Knecht und als Kutscher, um zum Lebens­unterhalt der Familie beizutragen.
1933 heiratet er Hedwig Nikolaus und gründet eine Familie, das Paar lebt zuletzt mit seinen zwei Kindern in Neu­stadt (Prudnik). Von Dezember 1936 bis Sommer 1938 leistet er seinen Wehr­dienst. Aufgrund von Eigen­tums­delikten und Urkunden­fälschung kommt er wieder­holt mit dem Gesetz in Konflikt.
Nach seiner Einbe­rufung zum Militär im Juli 1941 kehrt er nach einem Heimat­urlaub nicht zu seiner Infanterie zurück und gibt sich als im Osten verwun­deter Feldwebel aus, weswegen er vom Feld­kriegs­gericht seiner Division Ende 1941 zu vier Jahren Zucht­haus verurteilt wird. Aus der Arrest­anstalt in Liegnitz wird er wegen eines offenen Beins ins Lazarett verlegt. Er flüchtet, verschafft sich erneut Uniformen und militä­rische Abzeichen und gelangt mit einem Front­urlauber­zug nach Berlin, wo er als vermeint­lich verwundeter Offizier ein neues Soldbuch erhält. Ein dienst­habender Gefreiter wird miss­trauisch und Paul Kempe am Tag darauf, dem 23. Februar 1942, festge­nommen.
Am 3. August 1942 verurteilt das Sonder­gericht VI bei dem Land­gericht Berlin Paul Kempe auf Basis der „Volks­schädlings­verord­nung” zum Tode. Er wird am 26. September 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Paul Kempe

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Paul Kempe vom 26. September 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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