Franz Kempner
Franz Kempner, der während der Weimarer Republik Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP) ist, verbindet seit der gemeinsamen Tätigkeit in der Reichskanzlei eine enge Freundschaft mit Erwin Planck. Wie dieser lehnt Kempner den Nationalsozialismus ab und hat Verbindung zu zahlreichen Persönlichkeiten des Widerstands. Er nimmt an einem Gesprächskreis oppositionell eingestellter ehemaliger Diplomaten, Beamter und Wissenschaftler im Hause von Johanna Solf teil, bei dem offen Kritik am nationalsozialistischen Regime geäußert wird. Zudem hat er Kontakt zum Kreis um Ulrich von Hassell, Johannes Popitz und Carl Goerdeler, den er 1943 kennenlernt und der ihn für das Amt des Staatssekretärs der Reichskanzlei nach einem gelungenen Umsturz zu gewinnen versucht.
Nach dem 20. Juli 1944 wird er festgenommen und gesteht in Verhören der Gestapo seine Vorbehalte gegenüber der nationalsozialistischen Rassen- und Kirchenpolitik. Franz Kempner wird am 12. Januar 1945 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 5. März im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Franz Kempner
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Franz Kempner vor dem „Volksgerichtshof”, 12. Januar 1945
Gedenkstätte Deutscher Widerstand





