Johann Kessler

5. September 1892, Hulken (Hluk/Uherské Hradište) – 8. April 1943
Johann Kessler

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johann Kessler, 1940

Bundesarchiv R 3017/9015

Der Sohn eines Schul­direktors dient bereits während seines Medizin­studiums drei Monate als Einjährig-Frei­williger Mediziner in der öster­reichisch-unga­rischen Armee. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs rückt er erneut ein, gerät 1917 in russische Gefangen­schaft und tritt der Tsche­chischen Legion bei. Nach seinem Examen wird er als Militärarzt in die Tschecho­slowakische Armee über­nom­men und steht zuletzt im Rang eines Obersten dem Sanitäts­dienst der 1. Division in Prag vor.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen entsteht im Dezem­ber 1939 in Prag unter Vladimír Černý eine Geheim­dienstzelle, die Miloš Bondy sen. in Paris militä­rische, wirt­schaftliche und politische Nachrich­ten aus dem „Protektorat” übermittelt. Miloš Bondy sen. gibt diese wiederum weiter an das Kriegs­minis­terium in Paris und die Exilregierung in London, Ende Dezember 1939 setzt er seine Tätigkeit von Budapest aus fort. Die Orga­nisation steht in engem Kontakt zur geheimen Militär­organisation Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation). Johann Kessler ist ab Januar 1940 an der Zu­führung tschechischer Frei­wil­liger zur tschechischen Auslands­armee beteiligt.
Am 5. August 1942 wird Johann Kessler vom „Volks­gerichtshof” zusammen mit Vladimír Černý und sieben weiteren Angeklagten wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat und landesver­räterischer Feindbegüns­tigung” zum Tode verurteilt und am 8. April 1943 im Strafgefäng­nis Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Haftbefehl gegen Johann Kessler vom 6. März 1941

Bundesarchiv R 3017/9015

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Vladimír Černý und andere vom 5. August 1943

Bundesarchiv R 3017/9015

Leumundszeugnis für Johann Kessler vom 23. September 1943

Bundesarchiv R 3017/9015

Sterbeurkunde von Johann Kesslern vom 9. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Johann Kessler und weitere Personen, April 1943

Bundesarchiv R 3017/9015

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