Helmuth Kionka

10. November 1904, Breslau (Wrocław) – 28. September 1936
Helmuth Kionka absolviert zunächst in Breslau eine Lehre als Buchhändler und beginnt Mitte der 1920er Jahre eine Schauspielausbildung in Berlin, wo er 1926 sein erstes Engagement erhält. In den folgenden Jahren tritt Kionka an verschiedenen Berliner Bühnen auf und arbeitet mit bekannten Regisseuren jener Zeit zusammen, wie Max Reinhardt und Gustaf Gründgens. Zudem übernimmt er kleinere Rollen im Film.
1934 nimmt Kionka, der den Nationalsozialismus ablehnt, Engagements in Wien und in der Schweiz an. In Zürich kommt er in Kontakt mit Vertretern des französischen Nachrichten­dienstes. Diese beauftragen Kionka, bei seinen Reisen militärische Standorte, vor allem Flug­plätze, zu erkunden und Beobachtungen zur Ausrüstung und Ausstattung von Reichswehr- beziehungs­weise der Wehrmachteinheiten durch­zuführen. Kionka wird verra­ten und nach Deutschland gelockt. Bei seiner Ankunft in Mannheim wird er am 12. Januar 1935 festgenommen.
Der vierte Senat des „Volksgerichtshofs“ verurteilt Helmuth Kionka am 4. Mai 1936 wegen „Landes­verrats“ zum Tode. Er wird am 28. September 1936 im Strafge­fängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Helmuth Kionka

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs" gegen Helmuth Kionka, 6. November 1935

Bundesarchiv R 3017/41680

Tenor des Todesurteils des „Volks­gerichtshofs“ gegen Helmuth Kionka, 4. Mai 1936

Bundesarchiv R 3018/3646

Ablehnung eines Gnadenerweises für Helmuth Kionka durch Adolf Hitler, 19. September 1936

Bundesarchiv R 3018/3646

Sterbeurkunde von Helmuth Kionka vom 28. September 1936

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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