Josef Koc

16. Januar 1899, Kolín – 18. April 1945
Der aus Böhmen stammende Maschinenschlosser Josef Koc zieht nach Berlin und arbeitet bei der Kleinmöbel­fabrik Edwald Schultze. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Fa­milie in Berlin-Neukölln.
Als am 26. Februar 1945 nach einem alliierten Bomben­angriff ein Haus in der Nähe der Fabrik brennt, hel­fen er und sein Kollege Karel Hanzlík bei Rettungsaktionen. Eine Haus­bewohnerin klagt Karel Hanzlík an, Herrenkleidung entwendet zu haben, die dann in Josef Kocs Wohnung gefunden wird.
Am 7. April 1945 verurteilt das Sondergericht IV bei dem Land­gericht Berlin aufgrund der zu Kriegs­beginn erlas­senen „Volksschädlingsverordnung” Karel Hanzlík wegen „Plünderns” und Josef Koc wegen „Begünsti­gung” zum Tode.
Am 18. April 1945 werden beide in Berlin-Plötzensee er­mor­det. Sie gehören zu den letzten Hinge­richteten, be­vor das Strafgefängnis Plötzensee am 25. April 1945 von Sol­daten der Roten Armee befreit wird.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Koc

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Stellungnahme des Oberstaatsanwalts zum Todesurteil gegen Karel Hanzlík und Josef Koc vom 10. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

Ablehnung des Gnadengesuchs von Josef Koc durch das Strafgefängnis Plötzensee vom 14. April 1945 

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

Gnadengesuch des Verteidigers von Josef Koc an den Generalstaatsanwalt beim Landgericht Berlin vom 16. April 1945

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 18113

zurück