Otto Köller

14. Februar 1878, Bresow/Cammin (Brzozowo/Kamień Pomorski) – 30. Januar 1942
Otto Köller erlernt nach der Volks­schule das Stell­macher­handwerk und geht anschließend auf Wander­schaft. Nach seinem Militär­dienst zieht er 1902 von Pommern nach Berlin und arbeitet als Wagner bei der Wagen­bauan­stalt Lange & Gut­zeit. 1907 heiratet er Else Schütz. Bei einem Betriebs­unfall verliert er drei Finger und dient während des Ersten Weltkriegs als Armierungs­soldat in Frank­reich. 1927 wird er wegen Arbeits­mangels entlassen und ist mit Unter­brechungen auf Unter­stützung angewiesen.
Im Juni 1939 wird er als Post­fach­arbeiter bei der Deutschen Reichs­post tätig. Ab November 1939 stiehlt er regel­mäßig Feldpost­päckchen, bis er und seine Frau am 5. Oktober 1941 festge­nommen werden. Nach eigener Aussage wollte er magen­krank eine bessere Versor­gung erreichen. Else Köller, die fälsch­licherweise der Hehlerei bezichtigt wird, begeht am 22. Oktober 1941 in Unter­suchungs­haft Suizid.
Otto Köller wird am 19. November 1941 vom Sonder­gericht I bei dem Land­gericht Berlin auf Grund­lage der „Verord­nung gegen Volks­schädlinge” zum Tode verur­teilt und am 30. Januar 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­;see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Otto Köller

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Otto Köller vom 30. Januar 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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