Franz Kokot

2. Oktober 1887, Halle/Saale – 10. März 1942
Franz Kokot

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Franz Kokot

Bundesarchiv R 3017/49484

Franz Kokot wird am 2. Oktober 1887 in Halle an der Saale geboren, erlernt nach dem Besuch der Volksschule das Kaufmanns­gewerbe und arbeitet als Verkäufer. Er kämpft als Soldat im Ersten Weltkrieg an der Ostfront und dient nach Kriegs­ende und dem Abtritt der deutschen Provinz Posen an Polen im polnischen Heer. Danach ist er unter anderem als Hilfskraft beim pol­nischen General­konsulat in Berlin und als Magazin­ange­stellter und Gelegen­heits­arbeiter beschäftigt.
Kokot arbeitet seit Frühjahr 1934 für den polnischen Geheim­dienst und führt verschiedene Erkundungs- und Aus­spähungs­aufträge im deutsch-polnischen Grenz­gebiet aus. Er fertigt Berichte über militärische Truppen­teile sowie die Art und Anzahl der vorhandenen Waffen in verschiedenen Städten an. Außerdem macht er Beobachtungen zur Organisation und Stärke der SS und SA, verschie­denen Grenz­schutz­einheiten, Befes­tigungs­bauten und militärischen Mobil­machungs­vorberei­tungen der deutschen Zoll­behörden. Zusammen mit seinem Schwager Franz Kauka fertigt er darüber hinaus fotogra­fische Aufnahmen von militärisch relevanten Gebäuden und Orten an, die teilweise von Kauka über die Grenze geschafft und einem Nachrichten­offizier übergeben werden.
Franz Kokot wird zu Beginn des Zweiten Weltkrieges festge­nommen, zusammen mit Franz Kauka vom 3. Senat des „Volks­gerichtshofs“ am 1. Oktober 1941 wegen „Landes­verrats“ zum Tode verurteilt und am 10. März 1942 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Franz Kokot

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Franz Kokot und Franz Kauka vom 1. Oktober 1941

Bundesarchiv R 3017/32757

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Franz Kokot vom 10. März 1942

Bundesarchiv R 3017/49484

Sterbeurkunde von Franz Kokot vom 10. März 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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