Jan Kolář

23. Juni 1898, Jetietitz (Jetětice) – 23. März 1943
Jan Kolář wird am 23. Juni 1898 in Jetietitz geboren, tritt nach dem Ersten Welt­krieg als Berufs­unter­offizier in die Tschecho­slowa­kische Armee ein und dient bei der Errich­tung des „Protek­torats Böhmen und Mähren” im Frühjahr 1939 im 18. Infanterie­regiment. Nach dessen Auflösung scheidet er im Juli 1939 aus dem Heer aus.
Im Frühjahr 1939 wird Kolář für das Kreis­kommando Pil­sen der Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) angeworben. Die Organi­sation tschecho­slowa­kischer Offiziere, die sich nach der Errich­tung des „Protek­torats” gebildet hat, versucht unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzu­bauen. Um die noch in den Kaser­nen verbliebenen Waffen- und Munitions&hy;bestände des ehemaligen 18. Infanterie­regiments dem Zugriff der Deutschen zu ent­ziehen, entwendet Kolář mit anderen Ange­hörigen der ON sieben Kisten mit je 1.000 Schuss Munition, die auf dem Grund­stück eines ebenfalls in die­sem Fall ange­klagten Mannes vergra­ben werden. Außer­dem ist er an der Entwendung von Lebens­mittel- und Provi­ant­vorräten beteiligt, welche auch in den Kasernen lagern.
Nach seiner Fest­nahme am 17. März 1940 wird Jan Kolář am 29. Oktober 1942 vom 1. Senat des „Volks­gerichts­hofs” zusammen mit weiteren Ange­klagten wegen „Vor­be­reitung zum Hoch­verrat” und „Feind­be­güns­tigung” zum Tode verurteilt. Alle dreizehn zum Tode Verur­teilten werden am 23. März 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Jan Kolář

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jan Kolář und weitere Angeklagte vom 29. Oktober 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-220-2

Protokoll der Vollstreckung des Urteils gegen Jan Kolář vom 23. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-221-27

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Jan Kolář und weitere Personen vom 23. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 41-221-17

Sterbeurkunde von Jan Kolář vom 24. März 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück