Jan Kolář
Im Frühjahr 1939 wird Kolář für das Kreiskommando Pil­sen der Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) angeworben. Die Organisation tschechoslowakischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Protektorats” gebildet hat, versucht unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen. Um die noch in den Kaser­nen verbliebenen Waffen- und Munitions&hy;bestände des ehemaligen 18. Infanterieregiments dem Zugriff der Deutschen zu entziehen, entwendet Kolář mit anderen Angehörigen der ON sieben Kisten mit je 1.000 Schuss Munition, die auf dem Grundstück eines ebenfalls in die­sem Fall angeklagten Mannes vergraben werden. Außer­dem ist er an der Entwendung von Lebensmittel- und Proviantvorräten beteiligt, welche auch in den Kasernen lagern.
Nach seiner Festnahme am 17. März 1940 wird Jan Kolář am 29. Oktober 1942 vom 1. Senat des „Volksgerichts­hofs” zusammen mit weiteren Angeklagten wegen „Vor­bereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Alle dreizehn zum Tode Verurteilten werden am 23. März 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Jan Kolář
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jan Kolář und weitere Angeklagte vom 29. Oktober 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-220-2
Protokoll der Vollstreckung des Urteils gegen Jan Kolář vom 23. März 1943
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-221-27
Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Jan Kolář und weitere Personen vom 23. März 1943
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 41-221-17
Sterbeurkunde von Jan Kolář vom 24. März 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung



































