Johann Konieczko
1926 wird er vom polnischen Nachrichtendienst ange­worben und erklärt sich bereit, Informationen über Bahnhöfe und Bahnanlagen in Deutschland zu beschaf­fen. Er arbeitet dabei eng mit Wilhelm Mikosch zu­sammen, der ebenfalls bei der Reichsbahn beschäftigt und für den polnischen Nachrichtendienst tätig ist. Als Mi­kosch 1928 unter dem Verdacht des „Landesverrats” festge­nommen wird, wird Konieczko versetzt und als Agent entlassen.
Der 3. Senat des „Volksgerichtshofs” verurteilt Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch am 17. August 1943 wegen „Landesverrats” zum Tode. Johann Konieczko wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.
Dokumente
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch vom 17. August 1943
Bundesarchiv R 3017/11745
An den Herrn Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof in Berlin.
Gnadengesuch des Johann Konitzko geboren 15 Maj 1900 in Waldenstein Kreis Groß Strehlitz um eine Verwandlung mir meiner aufgelegten Todesstrafe am 17 August 1943 durch das Volksgerichtshof Berlin einer Freiheitsstrafe auf den Gnadenwege:
Begründung des Gesuches:
Habe meine strafbare Tat in den Jahren 1926-1928 begangen und nach den Strafgesetzbuch von Juni 1914 wie die Anklageschrift lautet meine Strafe vermessen sein sollte, was jedoch dies nicht geschehen ist und ich nach den neuen Strafgesetzbuch verurteilt wurde, bitte ich meine Sache noch nach prüfen zu wollen.
Möchte hiermit erwehnen, daß ich mich außer der Tat für welches so ein strenges Urteil über mich fiel niemals deutschfeindlich betätigt habe. Habe nach den Polenfeldzug mich freiwilig der deutschen Wehrmacht gemeldet um in den Reihen mit meinen allen drei Brüdern von denen zwei als Unterofiziere und einer Obergefreiter sind sowie mit meinen 5 Schwagers die von Anfang des Krieges das Ehrenkleid tragen Schultern an Schultern kämpfen zu wollen.
Habe meine strafbare Handlung ohne mir es richtig überlegt zu haben begangen, da ich auch nimals von so einer hohen Strafe in den früheren Jahren hörte, den wen ich bewust wäre daß mir so eine hohe Strafe entgegen steht hätte ich mich davon gewarnt und mich nimals durch Pirgzawerben und verteilen laßen wie es zu ersehen ist aus meinen Materialakten daß ich
nach Mikosch Verhaftung richtig bewußt wurde und die strafbare Handlung sofort einstellte.
Um meinen lieben Kindern und Eltern den Gramm zu ersparen daß sie ins Grab führen könnte Vater 86 Jahre Mutter 79 Jahre ausgezeichnet mit den goldenen Mutterkreuz da es doch der einzige Wunsch von ihnen ist bis zum Endsieg des Krieges am Leben zu bleiben und mit ihren Söhnen ein frohes Wiedersehn zu feiern, sowie meinen lieben Brüdern die von Anfang des Krieges das Ehrenkleid tragen die Schande zu machen, ich selbst bereue meine strafbare Tat sehr und bin bereit mich freiwilig einen Sonderkommando zu melden und zum Wohl für Deutschland Zukunft kämpfen zu wollen und bitte daher meine Todesstrafe in eine Freiheitstrafe umwandeln zu wollen. Zum Schluß möchte ich noch erwehnen daß in den Jahren meiner begangen Tat soviel Aufständische, Komunisten und andere die Deutschland schadeten waren, jedoch die jetzige Führung durch den Führer als sehr gut anerkannt haben und heute gute Soldaten sind und stolz das Ehrenkleid tragen. Ich selbst habe von Anfang an die Führung des Führers in Polen öffendlich vor den Publikum gelobt was noch bis heute meine Merkmale am Kopfe zu erfahren sind wo ich von den Aufständischen wundgeschlagen wurde und bitte daher auch meine Vergangenheit nach prüfen zu wollen.
Johann Konietzko.
Gnadengesuch von Johann Konieczko vom 22. August 1943
Bundesarchiv R 3018/11619
Sterbeurkunde von Johann Konieczko vom 14. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bericht über die Vollstreckung von Todesurteilen vom 7. bis 10. September 1943, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019


























