Franz Krain

4. September 1888, Steblau/Kreis Lublinitz (Lubliniec) – 3. Juni 1939
Franz Krain

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Franz Krain, 1938

Bundesarchiv R 3017/39127

Franz Krain wird am 4. September 1888 in Steblau ge­boren und arbeitet nach dem Schulbesuch als Lauf­bursche und in einer Papierfabrik. Seit 1906 ist er für die Reichsbahn in verschiedenen Städten beschäftigt, erst als Streckenarbeiter und Eisenbahngehilfe, später als Reichs­bahnassistent. Seit August 1937 ist er Mitglied in der NSDAP.
Krain stellt dem polnischen Geheimdienst seit Herbst 1936 mehrmals Dienstvorschriften der Reichs­bahn, ein Schreiben des Reichsbahnbetriebsamtes zur Heimaus­bildung von Bahnschutzmännern und mehrere Geheim­akten zur Verfügung.
Dafür wird er im März 1938 festgenommen, am 11. März 1939 vom „Volksgerichtshof“ wegen „Landes­verrats“ zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1939 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Franz Krain

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Franz Krain vom 11. März 1939

Bundesarchiv R 3018/3672

Berlin-Plötzensee, den 15. März 1939

An den Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches in Berlin.

Am 11.3.1939 wurde ich vom Volksgerichtshof Berlin wegen Landesverrat zum Tode verurteilt und sind mir die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt worden.
Hochverehrter Führer!
Zerknirschten und reumütigen Herzens wende ich mich vertrauensvoll an Sie mit der herzlichsten Bitte, um Begnadigung.
Hochverehrter Führer! Wenn ich auch zum großen Teil in diesem Verratsverfahren schuldig bin, so möchte ich es nicht unerwähnt lassen, daß meine zur Verteidigung angeführten Gründe vollständig unberücksichtigt blieben. Aus angeführtem Grunde erkläre ich wahrheitsgemäß:
1) das ich mir der Tragweite meines Handelns nicht bewußt war.
2) das ich nie die Absicht hatte, mich des Landesverrats schuldig zu machen.
3) das es mir nicht bewußt war, da´das Aktenstück Staatsgeheimnisse enthält und ich dadurch die Sicherheit des Reiches gefährdet hätte.
Hochverehrter Führer! Die Zurückgabe der Geheimakten des [___]hofs Altstett geschah beim ersten Mal im vollständig willenlosen Zustand, beim zweitenmal ließ ich mich unter dem Druck der Drohung zur Herausgabe verleiten
Hochverehrter Führer! Aus meinem tiefsten Herzen bitte

ich Sie, haben Sie Erbarmen mit mir und verzeihen Sie mir diese schwere Tat. Ich bedaure und bereue diese Tat aus meinem tiefsten Innern und gelobe, derartiges in meinem Leben nicht mehr zu tun.
Wenn ich nun hochverehrter Führer an Sie mit der herzlichsten Bitte um Begnadigung herantrete, so bin ich mir bewußt, daß es in Ihrer Hand liegt, mir diese Bitte zu gewähren.
Hochverehrter Führer! In meinem tiefsten Schmerz und meiner Hoffnungslosigkeit bitte ich Sie, mir diese als Familienvater diese Bitte nicht abzuschlagen. Üben Sie hochverehrter Führer noch einmal Gnade mit mir und verschließen Sie nicht Ihr Herz vor meiner inständigen Bitte.
Bemerken möchte ich, daß ich in meinem Leben mit dem Gesetz noch nicht in Konflickt geraten bin und ich während meiner 32jährigen Dienstzeit bei der Deutschen Reichsbahn unbestraft geblieben bin.
Hochverehrter Führer!
Zusammenschließend bitte ich Sie nochmals aus meinem tiefsten Herzen, haben Sie Erbarmen mit mir und begnadigen Sie mich nach Ihrem wohlwollenden Ermessen.
In der Hoffnung und einer gütigen Berücksichtigung entgegensehend zeichnet

Hochachtungsvoll

Franz Krain
Strafgefangener
z.Zt Berlin-Plötzensee
Strafanstalt.

Gnadengesuch von Franz Krain an Hitler vom 15. März 1939

Bundesarchiv R 3017/39127

Sterbeurkunde von Georg Froch vom 3. Juni 1939

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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