Hynek Krejčí

31. Juli 1892, Mokerschitz (Mokřice) – 5. November 1942
Hynek Krejčí wird am 31. Juli 1892 in Moker­schitz ge­boren und nimmt seit 1914 als Soldat im Ersten Welt­krieg an den Kämpfen an der italienischen, russischen und serbischen Front teil. Er ist von 1926 bis zu deren Auf­lösung 1938 Mitglied der Kommu­nistischen Partei der Tschecho­slowa­kei (Komunistická strana Česko­slovenska, kurz: KSČ). Dort hat er nacheinander die Funktion des Zellen­kassierers, Leiters des Verbandes für Erwerbs­lose, Einbe­rufers und des Leiters von Versammlungen inne.
Der Kanalisationsarbeiter wird im März 1941 in Prag von einem Bekannten als einfaches Mitglied für die mittler­weile verbotene KSČ angeworben und entrichtet bis Okto­ber 1941 monatliche Unter­stützungs­zahlungen für die Ange­hörigen politischer Häftlinge.
Hynek Krejčí wird wegen seiner politischen Betäti­gung festgenommen und vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” am 29. Juli 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hochverrat und Feindbe­günstigung” zum Tode verurteilt. Er wird am 5. November 1942 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Hynek Krejčí

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Hynek Krejčí und weitere Angeklagte vom 29. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/9515

Berlin-Plötzensee, den 20. August 1942.

An den Herrn
Generalstatsanwalt beim Volksgerichtshof
in Berlin.

Unterzeichneter Strafgefangene bittet hierdurch, dass auf sein Gesuch gnädigst Rücksicht genommen wird, und führt an diesbezügliche Angaben:
Die Straftat, die ich durch Unterstüzung der hinterbliebenen Frauen und Kinder nach den Verhafteten beging, bereue ich auf das Aufrichtigste, da ich sie aus Unkentniss des wahren Sachverhalts begangen habe.
Am 29. Juli 1942 bin ich vom 1. Senat des Volksgerichtshofes im Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zur Todesstrafe verurteilt worden.
Bin jetzt 50 Jahre alt und bin von Jahre 1914-1920 bei Militärdienst gewesen, davon 5 Jahre im Kriegsdienst, und dann vom Jahre 1920-1931 im meinem Zivilberuf als Tischler beschäftigt; von 1931-1936 ganz arbeitslos. Dadurch geriet ich in den Not, so dass ich die Frau und meine 2 Kinder nicht ernähren konnte.
Diese zwei Kinder sind unversorgt; durch meinen Tod würde die Familie in eine noch schwerere Not fallen, als in der Zeit meiner Arbeitslosigkeit, da ich kein Vermögen habe, aus

dem die Familie leben könnte.
Daher richte ich in aufrichtigster Reue die ergebenste Bitte an Sie, meine Strafe auf dem Gnadenwege zu mildern und mir durch den erteilten Gnadenerweis die Gelegenheit zu geben, mein Leben in ehrlicher Arbeit und treuer Pflichterfüllung zu vollenden.
Einen günstigen Entscheid erhoffend, zeichnet sich ergebenst
in grösster Hochachtung

Krejci Hynek.
Strafgefangener
Berlin-Plötzensee
Haus III Abt. VI/232.

Gnadengesuch von Hynek Krejčí vom 20. August 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

Ablehnung des Gnadenerweises durch den Reichsminister der Justiz für Hynek Krejčí und weitere Personen vom 26. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Hynek Krejčí und weitere Personen vom 5. November 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

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