Helmut Kremin
Um sich nach einer Straftat der Verfolgung zu entziehen, geht er im Juli 1936 nach Prag, wo er als Zeitungsverkäufer arbeitet und im September 1936 eine Anstellung in der Geschäfts­stelle der Schwarzen Front findet. Neben Schreibarbeiten ist er hier mit dem Versand von Werbematerial der Schwarzen Front nach Deutschland betraut. Zudem soll Kremin laut Anklage vom 27. Juni 1939 am Schmuggel von Sprengstoff und einem Kurzwellensender beteiligt gewesen sein.
Im Dezember 1937 wird Helmut Kremin gemeinsam mit Karl Döpking nach Konflikten mit Angehörigen des tschechischen Nachrichtendienstes festgenommen. Sie werden am 13. Mai 1938 wegen Betrugs verurteilt und nach Ungarn abgeschoben. Nach ihrer Ausweisung aus Ungarn werden die beiden Männer am 25. Mai 1938 an der Grenze festgenommen.
Sie werden am 20. September 1939 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen” vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” zum Tode verurteilt. Ein Suizidversuch Kremins während der Haft scheitert, er wird gemeinsam mit Karl Döpking am 14. September 1940 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Helmut Kremin
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Karl Döpking und Helmut Kremin, 20. September 1939
Bundesarchiv R 3017/16256
in Berlin
Mein Führer!
Am heutigen Tage bin ich vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden. Sie, mein Führer, sind nur in der Lage mir mein Leben zu lassen und so bitte ich um Gnade. Von 1929 bis 1933 habe ich als S.A. Mann Ihnen und Ihrer Idee gedient. Leichtsinn und Unüberlegtheit haben mich 1933 in Konflickt mit dem Strafgesetz gebracht und zwar an Juden. Aus Furcht vor der Strafe bin ich ins Ausland gegangen. Und nun mein Führer habe ich schamlos gehandelt indem ich Ihnen die Treue brach, was ich heute ganz ehrlich bis aufs Tiefste bereue. Wiederum war Leichtsinn mit die Ursache als ich mich an Strasser wandte und in seinem Büro Arbeit suchte und fand. Dort wurde ich in den Strudel mitherein gezogen, und so kam es zu schweren Sünden. Ich ging aber nur aus Not, um mein Leben fristen zu können zu Strasser.
Strasser fasste den Plan mit Sprengstoff gegen das Reich zu arbeiten. In diese Sache wurde ich hereingezogen. Ich habe diese Sache nicht den deutschen Behörden gleich zur Kenntnis gebracht, sondern erst als ich mich in Budapest der deutschen Gesandtschaft stellte und freiwillig ins Reich zurückkehrte. Hier habe ich lückenlos allen dass, was
ich von Strasser und seiner Organisation wusste gesagt, um wiedergutzumachen. Ich habe schwer gesündigt, dieses ist mir bewusst und ich bereue aufs Tiefste alles. -
Mein Führer lassen Sie Gnade walten, denn so hart können Sie nicht sein. Meine Brüder (zwei) dienen als Feldwebel Deutschland und Ihnen und stehen augenblicklich vor dem Feinde. Sie kennen mich und wissen, dass ich innerlich nicht so schlecht bin um den Tod verdient zu haben. (Ich überreiche ein Brief meines Bruders einliegend.) - Wenn ich frei wäre hätte ich bestimmt mich freiwillig gemeldet um für Deutschland zu kämpfen. Den Kummer und das Leid meiner Mutter können nur Sie mein Führer bannen. Haben Sie Erbarmen mit mir. Wenn es aber sein muss, dann mein Führer lassen Sie mich wenigstens erschiessen. - Dann möchte ich erwähnen, dass ich als S.A. Mann einmal Gehirnerschütterung und Nervenschock von einem kommunistischen Überfall davontrug, ebenso einen Streifschuss. Desgleichen wurde ich als Soldat 1925 von Kommunisten überfallen und trug auch dort einen Nervenschock davon. - Mein Führer ich bin zu erregt um ordnungsgemäss zu schreiben, bitte verzeihen Sie mir dieses. - Das Schicksal Deutschlands, liegt in Ihren guten Händen, ich lebe mein Schicksal in Ihre Hand. Sie sagen einmal es ist nicht nötig, dass wir leben, wohl aber das Deutschland lebt. Nach diesem Ihren Grundsatz bin ich einstmals zum Marsch angetreten, dann aber habe ich Ihnen die Treue gebrochen und nun soll ich sterben, dieses ist hart und bitter, da es nicht vor dem Feinde ist. Vielleicht, mein Führer lassen Sie Gnade walten worum ich Sie nochmals bitte, dann will ich hier arbeiten Tag und Nacht um so zu helfen. Sieg Heil, mein Führer.
Helmut Kremin
Gnadengesuch von Helmut Kremin, 21. September 1939
Bundesarchiv R 3017/31421
Sterbeurkunde von Helmut Kremin vom 14. September 1940
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bekanntmachung der Hinrichtung von Karl Döpking und Helmut Kremin, 14. September 1940
Bundesarchiv R 3017/31417















































































