Miroslav Kryčnar

23. Mai 1897, Groß Petrowitz (Velké Petrovice) – 1. April 1943
Miroslav Kryčnar

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Miroslav Kryčnar, 1940

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-209-14

Miroslav Kryčnar nimmt am Ersten Welt­krieg teil, gerät in russische Gefangen­schaft und tritt in die Tschecho­slowa­kische Legion ein. Nach seiner Rückkehr wird er Berufs­offizier in der Tschecho­slowaki­schen Armee und ist zuletzt im Vertei­digungs­minis­terium in Prag tätig.
Nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht und dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag gewinnt sein früherer Vorge­setzter Oleg Procházka den Major a. D. im Juni 1939 für die Mitarbeit in der ge­heimen Militär­organi­sation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation). Diese besteht vor allem aus vor­maligen Offi­zieren und plant den be­waffneten Umsturz.
Als Nachrichten- und Verbin­dungs­offizier obliegt Miroslav Kryčnar die Sammlung von Informa­tionen über deutsche Truppen­bewe­gungen sowie die Verbin­dung zu zwei weiteren Regimen­tern in Prag.
Nach seiner am 29. Februar 1940 erfolgten Fest­nahme verur­teilt der „Volks­gerichts­hof” ihn am 7. Oktober 1942 mit Oleg Procházka und zwei weiteren Angeklagten we­gen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode.
Miroslav Kryčnar wird am 1. April 1943 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichts­hofs” gegen Oleg Procházka und andere, Juni 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-209-14

Urteil des „Volksgerichts­hofs” gegen Oleg Procházka und andere vom 7. Oktober 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-209-13

Bekanntmachung der Hinrichtung von Miroslav Kryčnar und anderen, plakatiert 1943 in Prag

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-209-14

Sterbeurkunde von Miroslav Kryčnar vom 2. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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