František Kryšpín

7. November 1902, Pardubitz (Pardubice) – 10. Juni 1943
František Kryšpín wird am 7. November 1902 in Pardubitz geboren und ist zuletzt Ober­sekretär eines Elektrizitäts­werks in Prag.
Anfang 1940 wird Kryšpín für den zivilen Teil der Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) ange­worben. Die ON ist eine geheime Organisation tschecho­slowakischer Offiziere, die sich nach der Er­richtung des „Protektorats Böhmen und Mähren” im Frühjahr 1939 gebildet hat und deren Mitglieder versuchen, unter deutscher Besatzung ein ge­heimes Heer aufzubauen. Kryšpín ist für die ON nach­rich­tendienstlich tätig. Unter anderem erstellt er eine Liste mit Namen und Todes­umständen von im Ge­fängnis Pankratz in Prag ver­storbenen Tschecho­slowaken und kann mit einem ihm überlassenen Anschriftenver­zeichnis den Familien­angehörigen inhaftierter oder ver­storbener ON-Mitglieder finan­zielle Unterstützung zu­kommen lassen.
František Kryšpín wird nach seiner Festnahme Mitte Oktober 1940 vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs“ am 11. Januar 1943 unter anderen wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat“ und „Feindbe­günstigung“ zum Tode verur­teilt und am 10. Juni 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plöt­zen­see ermordet.

Dokumente

Haftbefehl gegen František Kryšpín vom 13. August 1941

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-323-4

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen František Kryšpín und weitere Personen vom 11. Januar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-282-3

Berlin-Plötzensee, den 20. Januar 1943.

An Seine Exelence Adolf Hitler Führer u. Reichskanzler
des Grossendeutsches Reich - durch dem Oberreichsanwalt
beim Volksgerichthof in Berlin W 9 - Bellevuestrasse 15.

Ich bitte Ihre Exelence um die Gnade und mildere Strafe.
Ich bin 7. November 1902 im Pardubitz geboren, zuständig nach Prag, Protektorát Böhmen u. Mähren. Ich habe die Volksschule u. Realschule im Pardubitz besucht, nachdem die Konservatorium im Prag absolviert. Dann war ich beschäftigt als Obersekretär - Chór Direktor in der Kirche Sct. Wencel’s Prag XIV. Militärdienst habe ich nicht getan.
Im April 1940 habe ich mich die drei Personen bekannt, welcher sind die Urheber des Unglück’s meines und ganze meine Familie. Ich suchte die Hilfe und Untersuchungsbeschleudigung u. eventuel Entlassung für meinen guten Freund Vladimír Cerný, der war für mich und meine Familie viel und viel gutes gemacht hat. Diese drei Betrüger (Ing Fuma, Josf Vacek - Deckname Brüder Petera und Dr. Müller) haben mir nur alles möglich versprochen und von mir Geld geliehen [?]. Ich habe im meine nicht beschränkte Zutraulichkeit vom Anfang alles geglaubt. Wenn ich dann im spätere Zeiten die Betrug gekannt und ich habe dann auch gesehen das sie mich nur zur Narre halten, war es schon zu spät, weil im paar Tage haben sie mich festgenommen. Zum meine Überraschung habe ich erst bei den Vernehmung bei „Gestapo“ erkannt mit welchen abenteuerlichen Männer habe ich mitgehandelt und was für ein Zweck haben sie damit verfolgt dass sie mich immer ausgesucht gehabt haben. Bis zur der Zeit habe ich keine Ahnung gehabt, das es hanteldt sich um ehemalige Beruf’soffiziere. Als nicht Soldat habe ich niemals das geringste vom die Unterredungen verstöhen. Alles was sie gesagt haben, waren nür Lüge u. Betrug. Es ist einmal vorkommen das ich habe auf dem Freund Cerný volle 12 Stunden vor dem
Strafanstalt gewartet, welcher soll dieses Tag entlassen werden soll, nachdem was die Betrüger zu mir gesagt haben.
Im meiner Leben war ich nie politisch organisiert und ich habe auch keine Bedarf gespürrt das ich politisch organisiert werden soll. Das ganze politische Geschehen war für mich unbekannt und ich konnte mich wahrlich erklären ganz widrig. Ich war auch keine Mitglied vom Körperausbildunggesellschaften. Das mein ganzes Leben war wirklich nur die Interrese um meinen Beruf und es war die Musik.
Mein Verhältnis zu der deutsche Nation: In der Kirche führe ich auf die Musikwerke von der deutsches Meister - (Bethowen, Händl, Bach, Mozart). Nicht nur vom dieser GrossMeister aber auch vom Goller, Faist, Kristians u.a. Ich beschäftigte auch die deutsche Singer u. Singerinnen aus der deutscher Theater in Prag schon langjährlich. (Danda, Rezek, Dienesenová u.a.) was ich sicher nicht gemacht habe wenn ich schowinistisch gegen deutschen Nation gegründet wäre, sogar in dieses Fall wenn die tschechische bürgerschaft mich aufmerksam gemacht hat, das ich solle’s nicht machen. Mit der deutsche Mitbürger im meinem Pfarrkreis bin ich immer vorzüglich ausgekommen. Im meinen Leben habe ich niemals gegen Grossdeutsches Reich‘s und d. Volk’s das geringste untergenommen.
Für das meine unbegränzte u. direkt leichtsinnigste Vertraulichkeit zu der drei abenteuerlichen Männer (welche hat mir den Teufel in der Weg mitgebracht). Leide ich nicht nur allein aber auch meiner Familie. Ich habe mich u. meine Familie vernichtet und dem Freund habe ich nicht geholfen. Das meine Absicht war damit der drei Gauner missverbraucht.
Ich hoffe das meine Vergehen werde wieder beurteilt. Ich bitte innig das die Strafe meiner Leben zu verlieren werde gnädig geändert auf mildere Strafe, das ich noch in meiner Leben, weitere Leben mit dem ehrlicher Arbeit in der Neue Europa das meine Schuld was habe ich durch meiner Vertraulichkeit vielleicht gemacht hat, wieder gutmachen kann, weil ich habe die Gauner der zuständige Behörde nicht gemeldet und mit sie in Verbindung eingetreten.
Ich bitte innig, Ihre Exelence nocheinmal um die Gnade und mildere Strafe.
Franz Kryšpín

Gnadengesuch von František Kryšpín an Hitler vom 20. Januar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-282-5

Sterbeurkunde von František Kryšpín vom 11. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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