Eberhard Kunzendorf

24. Januar 1874, Wohlau (Wołów) – 24. Mai 1943
Eberhard Kunzendorf

Erkennungsdienstliches Foto von Eberhard Kunzendorf

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-74-14

Eberhard Kunzen­dorf wächst als Sohn eines Stabs­arzts in Wohlau bei Breslau auf. Er wird von seiner Familie nach Amerika geschickt und arbeitet bis 1903 in New York in Hotel­betrieben. Nach seiner Rück­kehr lebt er unter anderem von Waren­schmuggel zwischen Deutschland und der Tschecho­slowakei.
Durch seine Bekannt­schaft mit tschechischen Beamten beginnt er 1921 für den tschechischen Nach­richten­dienst zu arbeiten und über­mittelt diesem bis 1933 regel­mäßig Informa­tionen aus dem deutsch-tsche­chischen Grenz­gebiet vor allem zu den poli­tischen Vorgängen im sudeten­deutschen Raum.
Nach der Annexion der Sudeten und der Beset­zung der böhmi­schen Länder durch die Wehr­macht wird Eberhard Kunzen­dorf am 6. Januar 1940 festge­nommen. Der „Volks­gerichtshof” verurteilt ihn am 26. März 1943 wegen „Landes­verrats” in den Jahren 1931 bis 1932 zum Tode. Seine Frau Wilhel­mine, die ebenfalls für den tschechischen Nach­richten­dienst aktiv war, wird zu sechs Jahren Zucht­haus verurteilt. Eberhard Kunzen­dorf wird am 24. Mai 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Eberhard Kunzendorf

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-74-14

Tenor des Todesurteils des „Volksgerichthofs” gegen Eberhard Kunzendorf vom 26. März 1943

Bundesarchiv R 3018/5003

Sterbeurkunde von Eberhard Kunzendorf vom 25. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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