Willy Kutzner

8. Juni 1904, Berlin – 30. März 1940
Willy Kutzner wächst in Berlin auf und kommt nach der Volks­schule in Fürsorge­erziehung. Während dieser arbeitet er auf dem Land, später betätigt er sich als Arbeiter, Kutscher, Hilfs­monteur und zuletzt als Auto­schlosser. Wegen Eigen­tums­delikten verbüßt er mehrere Gefängnis­strafen.
Nach seiner letzten Haftent­lassung arbeitet er ab Frühjahr 1939 als Hilfs­schlosser bei einer Firma in Schöneberg. Im Juli 1939 gerät er in eine wirt­schaft­liche Notlage, als sein Lohn wegen Unter­halts­zahlung für sein Kind gepfändet wird und er mit der Miete in Rückstand gerät. Im Oktober begeht er zwei Ein­bruch­dieb­stähle und versucht, die gestoh­lenen Dinge zu Geld zu machen, um seine Schulden zu begleichen.
Das Sonder­gericht I bei dem Landgericht Berlin verurteilt Willy Kutzner am 2. Februar 1940 als „gefährlichen Gewohnheitsverbrecher” wegen „schweren Diebstahls im Rückfall” in Verbin­dung mit der „Volks­schädlings­verordnung” zum Tode. Der zweifache Vater wird am 30. März 1940 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Willy Kutzner

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteilstenor des Sondergerichts I bei dem Landgericht Berlin gegen Willy Kutzner vom 2. Februar 1940

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18591

Gnadengesuch von Willy Kutzner vom 5. Februar 1940

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18591

Sterbeurkunde von Willy Kutzner vom 30. März 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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