Vladimír Lamka

19. Oktober 1905, Laun (Louny) – 8. September 1943
Vladimír Lamka

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Vladimír Lamka, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-15

Vladimír Lamka kommt am 19. Oktober 1905 als Sohn eines Rechtsanwalts in Laun (Louny) zur Welt. Er studiert in Prag Rechts­wissenschaften und ist nach seiner Pro­motion zum Dr. jur. ab 1934 als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt tätig. Seit 1929 ist er Mitglied der Tsche­choslowakischen Nationaldemokratischen Partei.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht schließt er sich der seit Oktober 1941 verbotenen, patriotisch geprägten Turnervereinigung Sokol an. Die Organisation hat Verbin­dungen zur ÚVOD (Zen­trale Leitung des Widerstands in der Hei­mat), der Dach­organisation des nicht-kom­munistischen Wider­stands im „Protektorat Böhmen und Mähren”. Vladimír Lamka unterstützt unter anderem notleidende Ange­hörige von inhaftierten Funktionären.
Wie zahlreiche andere vormalige Sokol-Mitglieder wird Vladimír Lamka Anfang November 1942 – nach dem Attentat auf den stellvertretenden „Reichsprotektor” Reinhard Heydrich vom 27. Mai 1942 – festgenom­men. Er wird am 5. August 1943 vom 5. Senat des „Volksge­gerichtshofs” zusammen mit Gustav Andres und sechs weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt und am 8. Sep­tember 1943 während der soge­nannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Organigramm des Kreiskommandos IV der Sokol-Organisation in Böhmen, Ende 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Gustav Andres und andere vom 5. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Sterbeurkunde von Vladimír Lamka vom 11. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Mitteilung über die Hinrichtung von Vladimír Lamka, 14. September 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-18

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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