Josef Leicht

25. November 1913, Ottowitz/Karlsbad (Otovice/Karlovy Vary) – 29. Mai 1941
Josef Leicht

Erkennungsdienstliches Foto von Josef Leicht, November 1940

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6199

Josef Leicht wächst als Sohn eines Berg­arbeiters auf, er verliert seinen Vater 1920. Die Familie gehört zur sudeten­deutschen Minder­heit in der Tschecho­slowakei; mit der Annexion der Sudeten durch das Deutsche Reich wird Josef Leicht deutscher Staats­bürger. Mit 15 Jahren wird er erstmals straf­fällig und in der Folge­zeit wegen Eigen­tums­delikten sowie Musizierens und Bettelns zu mehreren kurzen Haft­strafen verurteilt. Nach seiner Schul­entlassung arbeitet er bei einem Land­wirt und zuletzt in der Porzellan­fabrik Concordia in der Nähe von Karls­bad. Von 1935 bis 1937 leistet er seinen Militär­dienst bei der Tschecho­slowakischen Armee.
Im Juni 1940 wird er zum „Arbeits­einsatz” in der Hen­schel Flug­zeug-Werke AG in Berlin zwangs­verpflichtet und lebt in einem Männer­heim. Weil er von seinem Lohn seine Lebens­haltungs­kosten nicht decken kann, geht er am 2. Novem­ber 1940 nicht mehr zur Arbeit und versucht einer Frau ihre Hand­tasche zu rauben und verletzt dabei einen Mann, der sich ihm in den Weg stellt. Er gibt zudem an, dass ihm im Heim seine Kleidung gestohlen wurde.
Josef Leicht wird am 26. März 1941 vom Sonder­gericht II bei dem Land­gericht Berlin auf Grund­lage der „Verord­nung gegen Volks­schädlinge” zum Tode verurteilt und am 29. Mai 1941 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Josef Leicht

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteilsformel des Sondergerichts II bei dem Landgericht Berlin gegen Josef Leicht vom 26. März 1941

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6199

Sterbeurkunde von Josef Leicht vom 29. Mai 1941

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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