Charles Léon
Nach Abschluss des Studiums der Rechtswissen­schaften legt er eine Promotion ab, tritt wegen seiner Kenntnis mehrerer Fremdsprachen als „Erster Sekretär” („Honorar­kanzler”) in den Dienst des paragua­yischen Generalkon­sulats und erlangt wegen dieser Tätigkeit aufgrund des österreichischen Staatsbürger­gesetzes von 1925 die paraguayische Staatsange­hörigkeit.
Nach dem „Anschluss” Österreichs wird das General­konsulat aufgelöst und Charles Léon geht im Dezember 1938 nach Paris. Dort wendet er sich an ein legitimis­tisches Flüchtlingskomitee und tritt der legitimistischen Emigrantenorganisation „Österreichische Liga” bei. Deren Ziel ist die Errichtung eines selbstständigen österrei­chischen Staates unter dem Monarchen Otto von Habs­burg und die militärische und wirtschaftliche Zerschla­gung des Deutschen Reiches. Léon verfasst für die Or­ganisation Aufsätze und Zeitungsartikel, in denen er die Rassen- und Volkstumspolitik des Nationalsozia­lismus kritisiert und für die Wiederherstellung der österreich-ungarischen Monarchie eintritt.
Anfang 1940 meldet er sich freiwillig für die französische Fremdenlegion, ist bis August 1940 in Südfrankreich eingesetzt und arbeitet zuletzt als Dolmetscher in Paris.
Wegen seiner politischen Betätigung gegen das Deut­sche Reich wird er am 23. September 1941 vorläufig festge­nommen, am 20. März 1942 angeklagt und vom 2. Senat des „Volksgerichtshofs” am 30. Mai 1942 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt.
Charles Léon wird am 27. Oktober 1942 im Strafgefäng­nis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Charles Léon
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Charles Léon vom 20. März 1942
Bundesarchiv R 3017/24206
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Charles Léon vom 30. Mai 1942
Bundesarchiv R 3017/24206
Bekanntmachung der Hinrichtung von Charles Léon
Bundesarchiv R 3017/37658
Sterbeurkunde von Charles Léon vom 28. Oktober 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

































