Wilhelm Leuschner
Am 2. Mai 1933 wird Leuschner in Berlin von der SA festgenommen, misshandelt und bis zum 5. Mai festgehalten. Da er sich weiterhin weigert, das NS-Regime zu unterstützen, wird er auf der Rückreise erneut festgenommen und bis Juni 1934 im KZ Lichtenburg gefangen gehalten. Er bleibt danach unter Polizeiaufsicht. Bis 1944 ist er Inhaber einer Firma zur Herstellung von Bierzapfhähnen, in der auch andere ehemalige sozialdemokratische Funktionäre wie Hermann Maaß, Ernst Schneppenhorst und Friedrich Ebert jun. tätig sind. Leuschner knüpft Kontakte zu Julius Leber und über Dietrich Bonhoeffer zur bürgerlichen Opposition.
Zu Kriegsbeginn im September 1939 wieder kurzzeitig inhaftiert, hält Leuschner in den folgenden Jahren über Carl Friedrich Goerdeler Kontakte zum Kreisauer Kreis. Leuschner ist für die Zeit nach dem Sturz Hitlers für das Amt des Vizekanzlers vorgesehen.
Aufgrund einer Denunziation wird er am 16. August 1944 festgenommen und anschließend im KZ Ravensbrück und in der SS-Sicherheitspolizeischule Drögen von der Gestapo verhört. Am 8. September 1944 verurteilt ihn der „Volksgerichtshof” zum Tode. Am 29. September 1944 wird Wilhelm Leuschner in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Rekonstruktion der Kabinettsplanungen für den Umsturzversuch durch das „Reichssicherheitshauptamt”, 6. September 1944
Bundesarchiv NS 6/12
Wilhelm Leuschner vor dem „Volksgerichtshof”, 7. September 1944
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Carl Friedrich Goerdeler, Wilhelm Leuschner, Josef Wirmer, Ulrich von Hassell und Paul Lejeune-Jung, 8. September 1944
Bundesarchiv R 3018/17548
Meldung über die Verzögerung der Vollstreckung des Todesurteils von Wilhelm Leuschner, 9. September 1944
Bundesarchiv R 3018/17548
Sterbeurkunde von Wilhelm Leuschner vom 30. September 1944
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung





























