Wilhelm Leuschner

15. Juni 1890, Bayreuth – 29. September 1944
Wilhelm Leuschner

Wilhelm Leuschner

Landesarchiv Hessen, Hessisches Staatsarchiv Darmstadt O 29 Leuschner 3/5

Wilhelm Leuschner gehört in der Weimarer Republik zu den einfluss­reichsten sozialdemo­kratischen Gewerk­schafts­führern und Politikern. 1924 wird er erstmals in den Hessischen Landtag gewählt und ist dort bis 1928 Vizepräsident. 1928 wird er Innen­minister der Hessischen Landes­regierung. Nach der Macht­über­nahme Hitlers tritt er als Minister zurück. Zu seinen engen Mitarbeitern zählen Carlo Mierendorff und Ludwig Schwamb.
Am 2. Mai 1933 wird Leuschner in Berlin von der SA festge­nommen, misshandelt und bis zum 5. Mai festge­halten. Da er sich weiterhin weigert, das NS-Regime zu unter­stützen, wird er auf der Rückreise erneut festge­nommen und bis Juni 1934 im KZ Lichten­burg gefangen gehalten. Er bleibt danach unter Polizei­aufsicht. Bis 1944 ist er Inhaber einer Firma zur Herstellung von Bierzapf­hähnen, in der auch andere ehemalige sozial­demokratische Funktionäre wie Hermann Maaß, Ernst Schneppen­horst und Friedrich Ebert jun. tätig sind. Leuschner knüpft Kontakte zu Julius Leber und über Dietrich Bonhoeffer zur bürgerlichen Opposition.
Zu Kriegs­beginn im September 1939 wieder kurz­zeitig inhaftiert, hält Leuschner in den folgenden Jahren über Carl Friedrich Goerdeler Kontakte zum Kreisauer Kreis. Leuschner ist für die Zeit nach dem Sturz Hitlers für das Amt des Vize­kanzlers vorge­sehen.
Aufgrund einer Denunziation wird er am 16. August 1944 festge­nommen und anschließend im KZ Ravensbrück und in der SS-Sicher­heits­polizei­schule Drögen von der Gestapo verhört. Am 8. September 1944 verurteilt ihn der „Volks­gerichts­hof” zum Tode. Am 29. September 1944 wird Wilhelm Leuschner in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Rekonstruktion der Kabinettsplanungen für den Umsturzversuch durch das „Reichssicherheitshauptamt”, 6. September 1944

Bundesarchiv NS 6/12

Wilhelm Leuschner vor dem „Volksgerichtshof”, 7. September 1944

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Carl Friedrich Goerdeler, Wilhelm Leuschner, Josef Wirmer, Ulrich von Hassell und Paul Lejeune-Jung, 8. September 1944

Bundesarchiv R 3018/17548

Meldung über die Verzögerung der Vollstreckung des Todesurteils von Wilhelm Leuschner, 9. September 1944

Bundesarchiv R 3018/17548

Sterbeurkunde von Wilhelm Leuschner vom 30. September 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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