Mathias Lichter

1. Mai 1891, Kimmlingen/Trier – 30. März 1940
Mathias Lichter arbeitet nach dem Besuch der Volks­schule zunächst als Vieh­junge und absolviert schließlich eine Lehre als Schuh­macher. Im Frühjahr 1913 eröffnet er im saar­ländischen Pachten ein eigenes Geschäft, wird jedoch im Oktober desselben Jahres zum Wehr­dienst eingezogen. Im März 1918 wird er wegen „Feig­heit und Fahnen­flucht” verurteilt.
Nach Kriegs­ende arbeitet Mathias Lichter in einer Schuh­fabrik und bestätigt sich als „Heil­kundiger”. Wegen Notzucht wird er 1928 zu einer Haft­strafe verurteilt, kann jedoch aus dem Gefängnis in Rem­scheid fliehen und lebt anschließend in Luxem­burg und Frank­reich. Nachdem er 1931 aus Frank­reich ausge­wiesen worden ist, verbüßt er den Rest seiner Haft­strafe in Deutsch­land und arbeitet nach der Entlassung als Ver­sicherungs­vertreter.
Im Oktober 1937 bekommt Lichter Kontakt zum franzö­sischen Nach­rich­tendienst und berichtet diesem über Truppen­bewegungen im Grenz­gebiet sowie über den Bau von Kasernen und Flug­plätzen. Zudem erstellt er Auf­nahmen von mili­tärischen Anlagen und bekommt den Auftrag, weitere Informan­ten zu werben. Er kann den Vertreter Max Kemper gewinnen und arbeitet mit ihm in der Folge­zeit eng zusammen.
Die beiden Männer werden am 12. August 1938 festge­nom­men und am 11. August 1939 vor dem „Volksge­richts­hof” angeklagt. Mathias Lichter und Max Kemper werden am 4. Dezember 1939 wegen „Landes­verrats” zum Tode verur­teilt und am 30. März 1940 im Strafge­fängnis Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Mathias Lichter

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Mathias Lichter und Max Kemper, 11. August 1939

Bundesarchiv R 3017/12394

Sterbeurkunde von Mathias Lichter vom 30. März 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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