Mathias Lichter
Nach Kriegsende arbeitet Mathias Lichter in einer Schuhfabrik und bestätigt sich als „Heilkundiger”. Wegen Notzucht wird er 1928 zu einer Haftstrafe verurteilt, kann jedoch aus dem Gefängnis in Remscheid fliehen und lebt anschließend in Luxemburg und Frankreich. Nachdem er 1931 aus Frankreich ausgewiesen worden ist, verbüßt er den Rest seiner Haftstrafe in Deutschland und arbeitet nach der Entlassung als Versicherungsvertreter.
Im Oktober 1937 bekommt Lichter Kontakt zum französischen Nachrichtendienst und berichtet diesem über Truppenbewegungen im Grenzgebiet sowie über den Bau von Kasernen und Flugplätzen. Zudem erstellt er Aufnahmen von militärischen Anlagen und bekommt den Auftrag, weitere Informanten zu werben. Er kann den Vertreter Max Kemper gewinnen und arbeitet mit ihm in der Folgezeit eng zusammen.
Die beiden Männer werden am 12. August 1938 festge­nommen und am 11. August 1939 vor dem „Volksge­richtshof” angeklagt. Mathias Lichter und Max Kemper werden am 4. Dezember 1939 wegen „Landesverrats” zum Tode verurteilt und am 30. März 1940 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Mathias Lichter
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Mathias Lichter und Max Kemper, 11. August 1939
Bundesarchiv R 3017/12394
Sterbeurkunde von Mathias Lichter vom 30. März 1940
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung








































