Marie Liersch

24. November 1906, Frankfurt/Oder – 27. Oktober 1944
Marie Tichter arbeitet nach der Volksschule als Hausmädchen. Mit 19 Jahren wird sie für zwei Jahre in einem Mädchenfürsorgeheim untergebracht, anschließend arbeitet sie in einer Gärtnerei in Frankfurt/Oder. 1932 heiratet sie den Kraftfahrer Max Liersch. Wegen Eigentumsdelikten verbüßt sie mehrere kürzere Freiheitsstrafen.
Im Juli 1944 gibt sich Marie Liersch gegenüber einer blinden Witwe zusammen mit einer Bekannten als Kriminalbeamtin aus, um sie zur Herausgabe von Kleidung zu nötigen. Dies misslingt jedoch, da diese um Hilfe ruft.
Das Sondergericht Frankfurt/Oder verurteilt Marie Liersch am 12. September 1944 wegen Amtsanmaßung und versuchter räuberischer Erpressung zum Tode, unter anderem auf der Grundlage der am 9. April 1942 erlassenen Verordnung zur Erweiterung und Verschärfung des strafrechtlichen Schutzes gegen Amtsanmaßung. Ihre Bekannte erhält vier Jahre Zuchthaus.
Marie Liersch, die angibt, schwanger zu sein, wird am 27. Oktober 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Sterbeurkunde von Marie Liersch vom 28. Oktober 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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