Heinrich Lindner

29. August 1897, Graupen (Krupka) – 12. April 1943
Heinrich Lindner wird 1897 in eine deutsch-tschechische Bergarbeiter­familie geboren. Er arbeitet in einer Fabrik als Chemiehilfswerker, ist seit der Gründung der Tsche­choslowakischen Republik 1918 gewerkschaftlich organi­siert und seit 1937 Mitglied der komm­unistischen Organi­sation „Solidarität”. Er ist verheiratet, 1920 kommt Toch­ter Herta als erstes und einziges Kind der Eheleute zur Welt. Sie engagiert sich früh im roten Jugendbund.
Nach der Annexion des tschechoslowakischen Sudeten­gebiets durch das Deutsche Reich und der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht kommt er über seine Tochter im Früh­jahr 1941 in Kontakt mit Emil Komann und anderen Mit­gliedern der von Otto Ficht in Teplitz aufge­bauten illegalen Ortsgruppe der Kommu­nistischen Partei (KPČ). Er ist Hauptkassierer und unter­stützt unter anderem Sammlungen für die Rote Hilfe.
Heinrich Lindner wird Ende November 1941 festgenom­men und am 12. November 1942 vom „Volksgerichtshof” zusammen mit Otto Ficht, Emil Komann und drei weite­ren Angeklagten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt.
Heinrich Lindner wird am 12. April 1943 in Plötzensee ermordet.
Seine Tochter Herta Lindner wird am 23. November 1942 zum Tode verurteilt und am 29. März 1943 in Plötzensee ermor­det.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Otto Ficht und andere vom 3. September 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-510-6

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Otto Ficht und andere vom 12. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-510-6

Abschrift der Abschiedsbriefe von Herta und Heinrich Lindner von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Landesverband Sachen, August 1952

Bundesarchiv DY 55/1830

Sterbeurkunde von Heinrich Lindner vom 13. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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