Charlotte Litzenberg

8. Oktober 1923, Wettelrode/Harz – 26. Mai 1944
Charlotte Litzenberg

Erkennungsdienstliches Foto von Charlotte Litzenberg

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2484/2

Charlotte Litzenberg beginnt nach dem Besuch der Volksschule in Berlin eine Lehre als Verkäuferin, die sie jedoch nicht beendet. Wegen verschiedener Eigentumsdelikte wird sie zeitweise in Fürsorge­erziehung genommen und im Mai 1942 zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt.
Sie wird am 10. Dezember 1943 erneut festgenommen. Die 20-jährige Charlotte Litzenberg wird am 26. April 1944 vom Sondergericht VII beim Landgericht Berlin wegen Diebstahls auf der Grundlage der „Volks­schädlingsverordnung” zum Tode verurteilt.
Nach der Ablehnung ihres Gnadengesuchs wird sie am 26. Mai 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Erste Seite des Sondergerichtsurteils gegen Charlotte Litzenberg, 26. April 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2484/2

Berlin NO 18, den 28. 4. 1944
Litzenberg Aktz. 6 P. Kls 34.44


Herrn Generaloberstaatsanwalt beim Landgericht.
In der Strafsache gegen mich als Volksschädling, in der Verhandlung vom 25.4.44 ist das Todesurteil über mich verhängt worden. Ich bitte nun den Herrn Generaloberstaatsanwalt noch einmal Gnade ergehen zulaßen und mich mit einer hohen Freiheitsstrafe zubestrafen. Ich weiß das ich mich schwer vergangen habe und eine harte Strafe verdiehnt habe. Ich bitte aber noch einmal einen letzten Versuch mit mir zu machen. Bitte auch noch einmal meine Jugend zuberücksichtigen. Da ich kein gutes Elternhaus hatte, mein Vater spielte viel und trank und darunter litten wir Kinder sehr. Ich weiß dies ist kein Grund mich zu schützen. Noch wo ich schon eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten verbüßt habe mußte es mir eine Lehre sein. Ich kam aber nicht in richtige Hände die mir halfen alles gut zu machen was ich ja gefehlt

hatte. Sondern mein Elternhaus kümmerte sich fast nicht um mich und h[…] mir meine Strafe immer wieder […]. Nun bitte ich noch einmal einen letzten Versuch mit mir zu machen. Ich bereue meine taten sehr die sehr schmutzig war[en] Aber ich kann mir im Augenblick nicht in welcher Verfaßung ich mich dabei bef[…] Ich habe wenn mir noch einmal Gelegenheit gegeben werden sollte, fest Vorgenommen ein anständiger und vorallen Dingen ehrlicher Mensch zu werden.
Ich bitte nunn nochmals höflichst um eine Begnadigung zu einer hohen Freiheitsstrafe.
Charlotte Litzenberg.

Gnadengesuch von Charlotte Litzenberg, 28. April 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2484/1

Mitteilung über die Hinrichtung von Charlotte Litzenberg, 26. Mai 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 2484/2

Sterbeurkunde von Charlotte Litzenberg vom 27. Mai 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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