Franjo Ljubičić

4. August 1908, Runović – 1. Dezember 1942
Franjo Ljubičić

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Franjo Ljubičić

Bundesarchiv R 3017/48440

Franjo Ljubičić arbeitet bis zu seinem 21. Lebens­jahr in der Land­wirtschaft seines Vaters, ohne jemals eine Schule besucht zu haben. Dann geht er nach Belgien, wo er in einem Stein­bruch arbeitet und sich kommu­nistischen Kreisen anschließt.
Im November 1936 geht er nach Spanien, um in den Reihen der Interna­tionalen Brigaden gegen den Diktator Francisco Franco zu kämpfen. Nach dem Sieg Francos wird Franjo Ljubičić in Frank­reich interniert, kann im Sommer 1939 jedoch nach Belgien zurückkehren. Hier arbeitet er in einem Schiffs­hebewerk und in Kohle­gruben.
Anfang 1941 kommt er als „Zivil­arbeiter” nach Deutsch­land und findet zunächst in Braun­schweig, dann in Berlin Arbeit. Als Hilfs­härter ist er seit April 1941 in den Argus-Motoren­werken in Wilhelms­ruh tätig. In dem Rüstungs­betrieb sind zahlreiche weitere ausländische Arbeiter beschäftigt, so dass Franjo Ljubičić vor allem mit kroa­tischen Arbeitern schnell eine kommunis­tische Zelle bildet.
Im September 1941 wird er festge­nommen. Seine Überzeu­gung, dass die Sowjet­union den Krieg gewinnen werde, seine Aufrufe zur Sabotage sowie seine kommu­nistische „Zersetzungs­arbeit” leiste „der feind­lichen Macht Vor­schub” und füge „der Kriegsmacht des Reiches Nachteil” zu, heißt es in der Anklage­schrift.
Am 10. Juli 1942 wird Franjo Ljubičić vom 2. Senat des „Volks­gerichtshofs” in Berlin wegen „Hoch­verrats” zum Tode verurteilt. Sein Gnaden­gesuch vom 10. August wird abgelehnt.
Am 1. Dezember 1942 wird Franjo Ljubičić im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Franjo Ljubičić

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franjo Ljubičić vom 10. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/18694

Franjo Ljubičić


Berlin-Plötzensee, den 15. Juli 1942
Strafgefängnis


An das Volksgericht in Berlin


Ich bitte, die über mich verhängte Todesstrafe im Gnadenwege in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe umzuwandeln. Besondere Gründe kann ich nicht angeben außer dem, daß ich kein Kommunist bin. Feindlich gesinnte Menschen haben dies wahrheitswidrig angegeben, und es sind auch an keiner Stelle Beweise dafür vorgelegt worden, daß ich der Kommunistischen Partei angehört oder für sie gearbeitet habe.

Franjo Ljubičić

Gnadengesuch mit der Unterschrift des nicht deutsch sprechenden Franjo Ljubičić vom 15. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/48440

Schnellbrief der Gestapo zur „Gnaden­sache” von Franjo Ljubičić vom 27. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/48440

Sterbeurkunde von Franjo Ljubičić vom 2. Dezember 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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