Franjo Ljubičić
Im November 1936 geht er nach Spanien, um in den Reihen der Internationalen Brigaden gegen den Diktator Francisco Franco zu kämpfen. Nach dem Sieg Francos wird Franjo Ljubičić in Frankreich interniert, kann im Sommer 1939 jedoch nach Belgien zurückkehren. Hier arbeitet er in einem Schiffshebewerk und in Kohle­gruben.
Anfang 1941 kommt er als „Zivilarbeiter” nach Deutsch­land und findet zunächst in Braunschweig, dann in Berlin Arbeit. Als Hilfshärter ist er seit April 1941 in den Argus-Motorenwerken in Wilhelmsruh tätig. In dem Rüstungs­betrieb sind zahlreiche weitere ausländische Arbeiter beschäftigt, so dass Franjo Ljubičić vor allem mit kroa­tischen Arbeitern schnell eine kommunistische Zelle bildet.
Im September 1941 wird er festgenommen. Seine Überzeu­gung, dass die Sowjetunion den Krieg gewinnen werde, seine Aufrufe zur Sabotage sowie seine kommunistische „Zersetzungsarbeit” leiste „der feindlichen Macht Vor­schub” und füge „der Kriegsmacht des Reiches Nachteil” zu, heißt es in der Anklageschrift.
Am 10. Juli 1942 wird Franjo Ljubičić vom 2. Senat des „Volksgerichtshofs” in Berlin wegen „Hochverrats” zum Tode verurteilt. Sein Gnadengesuch vom 10. August wird abgelehnt.
Am 1. Dezember 1942 wird Franjo Ljubičić im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Franjo Ljubičić
Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franjo Ljubičić vom 10. Juli 1942
Bundesarchiv R 3017/18694
Berlin-Plötzensee, den 15. Juli 1942
Strafgefängnis
An das Volksgericht in Berlin
Ich bitte, die über mich verhängte Todesstrafe im Gnadenwege in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe umzuwandeln. Besondere Gründe kann ich nicht angeben außer dem, daß ich kein Kommunist bin. Feindlich gesinnte Menschen haben dies wahrheitswidrig angegeben, und es sind auch an keiner Stelle Beweise dafür vorgelegt worden, daß ich der Kommunistischen Partei angehört oder für sie gearbeitet habe.
Franjo Ljubičić
Gnadengesuch mit der Unterschrift des nicht deutsch sprechenden Franjo Ljubičić vom 15. Juli 1942
Bundesarchiv R 3017/48440
Schnellbrief der Gestapo zur „Gnaden­sache” von Franjo Ljubičić vom 27. Juli 1942
Bundesarchiv R 3017/48440
Sterbeurkunde von Franjo Ljubičić vom 2. Dezember 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung



















