Wilhelm Lönneker

22. November 1885, Warbsen/Kreis Holzminden – 19. März 1943
Wilhelm Lönneker

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Wilhelm Lönneker, 1942

Bundesarchiv R 3017/33150, Bd. 5

Wilhelm Lönneker tritt im Alter von 25 Jahren der SPD bei. 1912 beendet er seine Mitglied­schaft und nimmt zwei Jahre später als Soldat am Ersten Welt­krieg teil, wo er 1917 verschüttet wird und anschlie­ßend eine Kriegs­rente bezieht. Bis zu seiner Fest­nahme am 27. Juli 1942 betreibt er in Langels­heim ein Tabak­waren­geschäft.
Auch nachdem mit Kriegs­beginn der Empfang ausländischer Rund­funk­sendungen und die Verbrei­tung von „Feind­meldungen” als „Rundfunk­verbrechen” unter Strafe gestellt worden sind, hört Wilhelm Lönneker auslän­dische Sender. Er diskutiert die Meldungen mit Freunden und trägt die abge­hörten Nach­richten an seine Kundin­nen und Kunden weiter.
Der 1. Senat des „Volks­gerichtshof“ verurteilt Wilhelm Lönneker am 14. Dezember 1942 wegen „Feind­begüns­tigung“ zum Tode. Er wird am 19. März 1943 in der Straf­anstalt Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Wilhelm Lönneker

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Lönneker, 14. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/33150, Bd. 2

Berlin-Plötzensee, den 24.12.1942
Wilhelm Lönneker

An den Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof in Berlin

In der Sitzung vom 14.12.1942 wurde ich wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt, da mein Leben damit auf dem Spiele steht möchte ich noch folgende Ausführungen machen und um Gnade bitten
Den ersten Weltkrieg habe ich als Soldat mitgemacht, vom ersten Mobilmachungslage bis zum Herbst 1915 als Sanitäter im Resirver-Lazarett. - Anteinettenruh [Artillerie] Wolfenbüttel bei Braunschweig, dann habe ich mich Freiwillig an die Front gemeldet und ich kam zum Inf. Regt. No. 92 imm Sommer 1916 habe ich die Brusiloff-Offensiefe [Brussilow] in Rußland mitgemacht und wurde leicht verwundet und blieb bei der Truppe. Im April 1917 habe ich die Doppelschlacht in der Schampagne und am Damenweg mitgemacht und ich wurde von einer 28.er Granate Verschüttet daß Geseicht verbrant und daß linke Bein schwer verletzt und Bruch der Kiescheibe. Am ersten Dezember 1917 wurde ich dann vom Militär

entlassen, ich habe dann lange Jahre einen Schienenhülfen-Apparat tragen müssen Auch in der Familie habe ich kein Glück gehabt., imm ersten Weltkrieg sind mir zwei Kinder Gesterben und am 27. November 1938 meine letzte Tochter imm Alter von 26 Jahren.
Zuchthaus oder -Gefängnis-Strafen habe ich keine erlitten.
Da ich nur eine 2 klassige Vorschule besucht habe, und durch die Verschüttung imm Weltkrieg noch immer zu Leiden habe, war ich mir der schwere der mir zur Last gelegten Straftaten nicht vollbewußt, und ich bitte nochmals um Gnade, indem ich die Tat auf daß tiefste bereue

Wilhelm Lönneker

Gnadengesuch von Wilhelm Lönneker, 24. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/33150, Bd. 5

Ablehnung eines Gnadenerweises für Wilhelm Lönneker, 8. März 1943

Bundesarchiv R 3017/33150, Bd. 4

Verkündung der bevorstehenden Vollstreckung der Todesstrafe gegen Wilhelm Lönneker, 19. März 1943

Bundesarchiv R 3017/33150, Bd. 4

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