Franz Maecker

16. Oktober 1903, Neuruppin – 1. Juni 1943
Franz Maecker

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Franz Maecker, 1943

Bundesarchiv R 3018/13689, Bd. 2

Franz Maecker erlernt den Beruf des Buch­binders und engagiert sich ab 1922 in einer christlichen Gewerk­schaft. Bis 1928 ist er zudem Mitglied im Wehr­verband Stahl­helm. 1931 wird er arbeitslos und schließt sich der Revo­lutionären Gewerk­schafts-Opposition (RGO) und dem Kampf­bund gegen den Faschismus an, einer Nachfolge­organisation des verbotenen Roten Front­kämpfer­bundes.
1931/32 wird gegen Franz Maecker ermittelt wegen „Bestre­bungen zur Zersetzung der Reichs­wehr”, dass Verfahren wird jedoch eingestellt. Im Mai 1933 wird er für einige Tage in „Schutz­haft” genommen.
Franz Maecker wird 1941 zur Wehr­macht einberufen und in Kruszów im Kreis Litzmann­stadt (Łódź) beim Zollgrenz­schutz eingesetzt. Am 22. Dezember 1941 wird er nach einer Denunziation festge­nommen. Ihm wird vorge­worfen, sich gegenüber Kameraden negativ über den National­sozialismus geäußert, seine Sympathien für die Sowjet­union bekundet und seine Kameraden im kommu­nistischen Sinne agitiert zu haben.
Franz Maecker wird am 26. Februar 1943 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verurteilt und am 1. Juni 1943 im Straf­gefängnis Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Maecker,
4. August 1942

Bundesarchiv R 3018/13689, Bd. 1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Maecker, 26. Februar 1943

Bundesarchiv R 3018/13689

Franz Maecker.
Berlin-Plötzensee, den 2. März 1943


Liebe Else, l. Kinder!

Liebe Else, Deinen l. Briefe vom 13. u. 20. d. Mts.
mit besten Dank erhalten, letzerer erreichte mich
schon nach dem Urteil in der neuen Anstalt, der
vom 13. kam noch einem Tag vor dem Termin, da
er so nett war, nahm ich denselben noch als gutes
Zeichen, bin nun noch ruhiger zum Termin gegan-
gen, nach dem mir dieser Brief noch wieder als großer
Hoffnungsstrahl kam. Doch es war alles vergeblich
jede Hoffnung jede Zuversicht, ich bin mit dem
schwersten Urteil belegt worden, sodaß nur noch die
eine Möglichkeit besteht, die Vollstreckung des-
selben auf Gnadenweg in anderer Strafe
umgewandelt nicht zu erlangen. Ich habe noch
Gesuche um Gnade eingereicht, tue es von Dir heraus
auch, an die höchsten Stellen, vor allem an die
Reichskanzlei - Amt für Gnadensachen - Wilhelmstr.
reiche Du auch ein, damit keine Zeit verloren geht. Mein Aktenzeichen hast Du ja. Auch mußt Du die Sprecherlaubnis weiter dort einreichen, wo Du dieselbe bisher


eingereicht hast. Halte den Kopf hoch, trage es auch
mit Geduld wie ich, noch besteht die Hoffnung durch
die Gnadengesuche, wenn Du der Meinung bist, sage
dem Mädel noch nichts davon. Haltet fest zusammen,
macht euch nicht das Leben mit einander schwer, denn
jetzt ist es ernst genug. Ich werde sehen, daß Du wenn
Du mich hier besuchst die Koffer mit nehmen kannst,
ich brauche ja nicht so viel Sachen hier. Erwarte nun
bald deinen 1. Besuch, selbst bin ich ja noch in guter
Hoffnung, daß es doch noch gut ausgeht für uns, sonst
Bin gesund hoffe von Dir u. den Kindern dasselbe, der
Fuß ist beinah in Ordnung. Du mußt Dich nun
erkundigen wie Du am besten fährst nach hier. Ich
glaube, bis Stett. Bhf. von dort und der U-Bahn, End-
stat. Seestr. von dort mit der Straßenb. Lin. 8, bis
Plötzensee, Königsdamm, Du wirst schon herfinden.
Vor allen Dingen mache es mit den Gnadengesuch
so schnell wie möglich, wollen wir hoffen, daß die-
selben Gehör finden. Gruß an alle Bekannten u.
Verwandten in der Heimatstadt, hast hier den ersten
Alarm überstanden. L. Else bleibe Du nun gesund und
obenauf. Meine Lieben zu Haus, bleibt nun alle drei
recht gesund, hofft mit mir auf Gnade, seit nicht
mutlos, seit alle drei recht herzlich gegrüßt u. geküßt
euer
Fränze u. Papa

Brief von Franz Maecker an seine Familie, 2. März 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 401 VdN 4675

Sterbeurkunde von Franz Maecker vom 2. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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