Franz Maecker
1931/32 wird gegen Franz Maecker ermittelt wegen „Bestrebungen zur Zersetzung der Reichswehr”, dass Verfahren wird jedoch eingestellt. Im Mai 1933 wird er für einige Tage in „Schutzhaft” genommen.
Franz Maecker wird 1941 zur Wehrmacht einberufen und in Kruszów im Kreis Litzmannstadt (Łódź) beim Zollgrenzschutz eingesetzt. Am 22. Dezember 1941 wird er nach einer Denunziation festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, sich gegenüber Kameraden negativ über den Nationalsozialismus geäußert, seine Sympathien für die Sowjetunion bekundet und seine Kameraden im kommunistischen Sinne agitiert zu haben.
Franz Maecker wird am 26. Februar 1943 vom „Volksgerichtshof” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt und am 1. Juni 1943 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Maecker,
4. August 1942
Bundesarchiv R 3018/13689, Bd. 1
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Maecker, 26. Februar 1943
Bundesarchiv R 3018/13689
Berlin-Plötzensee, den 2. März 1943
Liebe Else, l. Kinder!
Liebe Else, Deinen l. Briefe vom 13. u. 20. d. Mts.
mit besten Dank erhalten, letzerer erreichte mich
schon nach dem Urteil in der neuen Anstalt, der
vom 13. kam noch einem Tag vor dem Termin, da
er so nett war, nahm ich denselben noch als gutes
Zeichen, bin nun noch ruhiger zum Termin gegan-
gen, nach dem mir dieser Brief noch wieder als großer
Hoffnungsstrahl kam. Doch es war alles vergeblich
jede Hoffnung jede Zuversicht, ich bin mit dem
schwersten Urteil belegt worden, sodaß nur noch die
eine Möglichkeit besteht, die Vollstreckung des-
selben auf Gnadenweg in anderer Strafe
umgewandelt nicht zu erlangen. Ich habe noch
Gesuche um Gnade eingereicht, tue es von Dir heraus
auch, an die höchsten Stellen, vor allem an die
Reichskanzlei - Amt für Gnadensachen - Wilhelmstr.
reiche Du auch ein, damit keine Zeit verloren geht. Mein Aktenzeichen hast Du ja. Auch mußt Du die Sprecherlaubnis weiter dort einreichen, wo Du dieselbe bisher
eingereicht hast. Halte den Kopf hoch, trage es auch
mit Geduld wie ich, noch besteht die Hoffnung durch
die Gnadengesuche, wenn Du der Meinung bist, sage
dem Mädel noch nichts davon. Haltet fest zusammen,
macht euch nicht das Leben mit einander schwer, denn
jetzt ist es ernst genug. Ich werde sehen, daß Du wenn
Du mich hier besuchst die Koffer mit nehmen kannst,
ich brauche ja nicht so viel Sachen hier. Erwarte nun
bald deinen 1. Besuch, selbst bin ich ja noch in guter
Hoffnung, daß es doch noch gut ausgeht für uns, sonst
Bin gesund hoffe von Dir u. den Kindern dasselbe, der
Fuß ist beinah in Ordnung. Du mußt Dich nun
erkundigen wie Du am besten fährst nach hier. Ich
glaube, bis Stett. Bhf. von dort und der U-Bahn, End-
stat. Seestr. von dort mit der Straßenb. Lin. 8, bis
Plötzensee, Königsdamm, Du wirst schon herfinden.
Vor allen Dingen mache es mit den Gnadengesuch
so schnell wie möglich, wollen wir hoffen, daß die-
selben Gehör finden. Gruß an alle Bekannten u.
Verwandten in der Heimatstadt, hast hier den ersten
Alarm überstanden. L. Else bleibe Du nun gesund und
obenauf. Meine Lieben zu Haus, bleibt nun alle drei
recht gesund, hofft mit mir auf Gnade, seit nicht
mutlos, seit alle drei recht herzlich gegrüßt u. geküßt
euer
Fränze u. Papa
Brief von Franz Maecker an seine Familie, 2. März 1943
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 401 VdN 4675
Sterbeurkunde von Franz Maecker vom 2. Juni 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
























