André Marais

28. Februar 1925, Vierzon – 10. September 1943
André Marais

Erkennungsdienstliche Aufnahme von André Marais, September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3761

Der 17-jährige André Marais gibt sich als ein Jahr älter aus und kommt 1943 als französischer „Zivilarbeiter“ nach Deutschland. Er arbeitet bei einem Bäckermeister in Berlin-Schöneberg.
Nach einem Luftangriff in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1943 wird das Haus in der Landshuterstr. 8 in Berlin-Schöneberg schwer beschädigt. Die Bewohner und Bewohnerinnen bringen einen Teil ihrer Sachen in den Luftschutzkeller. Gemeinsam mit Jacques Caillaud und Marcel Sirieix, ebenfalls französische Zwangsarbeiter, entwendet Marais am 1. September fünf Koffer. Am nächsten Tag werden sie von einer Polizeistreife am Bahnhof Alexanderplatz verhaftet.
Das Sondergericht VI bei dem Landgericht Berlin ver­urteilt die drei jungen Franzosen am 9. September 1943 wegen „Plünderns“ zum Tode. Das Gericht stellt dabei den inzwischen 18-jährigen Marais einem Erwachsenen gleich.
Einen Tag später, am 10. September 1943, werden André Marais, Jacques Caillaud und Marcel Sirieix während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von André Marais

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Nr. 2842

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von André Marais, 14. September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3761/1

Sterbeurkunde von André Marais vom 16. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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