Ladislav Matěcha

6. Februar 1893, Smirtschi (Smrčí) – 5. November 1942
Ladislav Matěcha

Ladislav Matěcha, 1932

Privatbesitz

Ladislav Matěcha wird am 6. Februar 1893 in Smirtschi geboren und nimmt nach Ausbruch des Ersten Welt­kriegs 1914 als Soldat an den Kämpfen an der russischen und rumä­nischen Front teil. 1920 verlässt er das Tsche­choslo­wakische Heer als Korporal. Zwischen 1929 bis zu deren Auflösung 1938 ist er Mit­glied der Kom­munisti­schen Partei der Tschecho­slowakei (Komunistická strana Česko­slovenska, kurz: KSČ).
Der Tischler wird im Frühherbst 1940 von einem Bekann­ten in Prag aufgefordert, für die mittlerweile verbotene KSČ Unterstützungs­zahlungen zu leisten. Er entrichtet bis September 1941 monatliche Geld­beiträge, die vor allem den Angehö­rigen politischer Gefangener helfen sollen.
Ladislav Matěcha wird deswegen festge­nommen und vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” am 29. Juli 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat und Feind­begüns­tigung” zum Tode verurteilt. Er wird am 5. November 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Ladislav Matěcha

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Ladislav Matěcha und weitere Angeklagte vom 29. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/9515

An den Herrn Generalstatsanwalt beim Volksgerichtshof in Berlin.


Unterzeichneter Strafgefangene bittet hierdurch, dass auf sein Gesuch gnädigst Rücksicht genommen wird und führt an diesbezügliche Angaben.
Am 29. Juli 1942 wurde ich vom 1. Senat des Volksgerichtshofes in Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zur Todesstrafe verurteilt.
Die Straftat, die ich auf das Aufrichtigste bereue, habe ich aus Unwissenheit und im Unkentniss des wahren Sachverhalts begangen.
Bin fast 50 Jahre alt und mein bisheriges Leben habe ich durch ehrliche und fleissige Arbeit ausgefült, sodass ich bis jetzt noch nicht bestraft wurde.
Meine Ehefrau, die wegen ihrer Krankheit erwerbsunfähig ist, würde durch meinen Tod in dauernde Not fallen, da ich kein Vermögen habe, das ihr den Lebensunterhalt sichern könnte.
In aufrichtigster Reue über meine Straftat richte ich an Sie die ergeben-

ste Bitte, meine Strafe auf dem Gnadenwege zu mildern, und mir durch den erteilten Gnadenerweis die Gelegenheit zu geben, den Rest des Lebens in Dankbarkeit, ehrlicher Arbeit und treuer Pflichterfüllung zu vollenden.
Einen günstigen Entscheid erhoffend, zeichnet sich ergebenst in grösster Hochachtung

Ladislav Matecha
Strafgefangener
Berlin-Plötzensee
Haus III, Abt. VI/233.

Gnadengesuch von Ladislav Matěcha vom 14. August 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

Ablehnung des Gnadenerweises durch den Reichsminister der Justiz für Ladislav Matěcha und weitere Personen vom 26. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Ladislav Matěcha und weitere Personen vom 5. November 1942

Bundesarchiv R 3017/15728

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