Jaroslav Matyáš

30. März 1914, Alt Bidschow (Starý Bydžov) – 7. September 1943
Der gelernte Maler und Anstreicher Jaroslav Matyáš leistet seinen Militärdienst in der Tschecho­slowakischen Armee und ist ab Ende 1941 als „Zivilarbeiter” in der Berliner Firma Wagner eingesetzt. Im Sommer 1942 heiratet er Anna Smudná, die ebenfalls in Berlin Zwangsarbeit leistet bei der Siemens-Schuckert AG.
1942/43 begeht Jaroslav Matyáš am Berliner Stadtrand zusammen mit dem Schlosser Zdeněk Hájek zahlreiche „Stalleinbrüche”, bei denen sie eine große Anzahl von Kleintieren, vor allem Kaninchen, sowie Gläser mit Lebensmitteln aus Kellern stehlen.
Das Sondergericht V bei dem Landgericht Berlin verur­teilt sie deshalb am 21. Juli 1943 aufgrund der kurz nach Kriegsbeginn erlassenen „Volksschädlingsver­ordnung” zum Tode. Anna Matyáš wird wegen „fortgesetzter Heh­lerei an dem gestohlenen Fleisch” zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt.
Jaroslav Matyáš und Zdeněk Hájek werden am 7. Sep­tember 1943 während der sogenannten Blutnächte in Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Ablehnung des Gnadenerweises gegenüber Jaroslav Matyáš und Zdeněk Hájek durch den Reichsjustizminister vom 7. September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3462/2

Sterbeurkunde von Jaroslav Matyáš vom 10. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Sep­tember 1943 im Strafgefängnis Plöt­zensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

Frauenstrafgefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf, den 15. Oktober 1944.


An den Herrn Generalstaatsanwalt in Berlin.

Mein Mann, Jaroslav Matyas, geboren am 30.3.1914 in Alt-Bydzau wurde wegen Diebstahl am 21.7.1943 zum Tode verurteilt.
Da ich bisher ohne jegliche Nachricht über den Verbleib und Ergehen meines Mannes bin, bitte ich mich darüber zu benachrichtigen.

Matyas.

Gesuch von Anna Matyáš aus dem Frauenstrafgefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf um Mitteilung über Verbleib ihres Ehemanns Jaroslav, 15. Oktober 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3462/2

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