Stephan May

1. August 1899, Stettin (Szczecin) – 8. September 1943
Stephan May wird am 1. August 1899 in Stettin als preu­ßischer Staatsangehöriger geboren. Er besucht dort die Volks- und Handelsschule, absolviert eine kauf­männi­sche Lehre und ist anschließend als kauf­männischer Angestellter in Stettin tätig.
Er dient 1918 in der deutschen Armee an der Westfront. Seine gesamte Familie erwirbt nach dem Ver­sailler Vertrag die polnische Staatsbürgerschaft. Stephan May, seine Eltern und sein Bruder werden 1923 vom Reichs­gericht wegen „Verrats militärischer Geheimnisse” an den polnischen Geheim­dienst zu Zuchthausstrafen verurteilt. Nach ihrer Ent­lassung führt die Familie in Grodzisk ein Tabakwaren­geschäft, das Stephan May 1937 selbst übernimmt.
Ihm wird vorgeworfen, seit 1930 als Informant für die polnische Polizei gegen deutsche Organisationen ge­arbeitet zu haben. Außerdem soll er ab 1938 versucht haben, Agentinnen und Agenten für den polni­schen Nachrichtendienst zu werben.
Der 3. Senat des „Volksgerichtshofs” verurteilt Stephan May am 3. August 1943 wegen „Beihilfe zur lan­des­verräterischen Ausspähung” zum Tode. Er wird am 8. September 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee während der sogenannten Blutnächte erhängt.

Dokumente

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Stephan May vom 15. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/49519

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Stephan May vom 3. August 1943

Bundesarchiv R 3017/49519

Sterbeurkunde von Stephan May vom 15. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. September 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

zurück