Paul Memel

27. Februar 1922, Berlin – 7. August 1942
Paul Memel wird im Alter von zehn Monaten vom Postarbeiter August Koberg und dessen Frau Anna adoptiert und trägt den Namen Paul Koberg. Nach der Volksschule arbeitet er in verschiedenen Berliner Firmen als ungelernter Arbeiter. Auf seiner letzten Arbeitsstelle wird er verdächtigt, eine Armbanduhr gestohlen zu haben, worauf er einer Jugendhilfsstelle zugewiesen und in der Anstalt Herzberge untergebracht wird. Am 2. Februar 1944 wird er dem Arbeitshaus Rummelsburg in Berlin-Lichtenberg zugeführt.
Dort lernt Paul Memel Bodo Käding kennen, mit dem er am 7. Februar 1942 ent­weicht, in eine Laube einbricht und am nächsten Tag einen Raub­über­fall sowie einen versuchten Raubüberfall begeht.
Vor dem Sonder­gericht V bei dem Land­gericht Berlin werden beide des Diebstahls sowie des Raubs angeklagt, worauf die Eheleute Kolberg am 4. März 1942 den Adoptivvertrag mit Paul Memel aufheben. Am 11. April 1942 verurteilt sie das Sondergericht auf Grund­lage der kurz nach Kriegs­beginn erlas­senen „Verordnung gegen Volks­schäd­linge” zum Tode.
Paul Memel wird 20-jährig am 7. August 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermor­det.

Dokumente

Gefangenenkarte von Paul Memel

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Paul Memel vom 7. August 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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