Jaroslav Mergl
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht kommt er als „Zivilarbeiter” ins Deutsche Reich und ist ab Juni 1939 in den Lubeca-Werken in Lübeck eingesetzt. Im März 1942 lernt er dort den sowjetischen Kriegsgefangenen Alex Borisow kennen, einen Chemiestudenten aus Moskau. Im Sommer sagt der nach eigener Aussage homosexuelle Jaroslav Mergl diesem zu, ihm bei der Flucht behilflich zu sein.
In der Nacht zum 20. September 1942 fliehen die beiden auf gestohlenen Fahrrädern in Richtung Osten. Jaroslav Mergl überlässt Alex Borisow seinen Monteuranzug und kommt für die Verpflegung auf. Nach über 500 Kilometern werden sie am 5. Oktober 1942 in Usch im Netzekreis (Pommern) festgenommen.
Alex Borisow wird in das Kriegsgefangenenlager Stalag II B in Hammerstein-Schlochau (Pommern) überführt, sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Jaroslav Mergl wird am 24. Februar 1943 vom „Volksgerichtshof” wegen „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Er wird 37-jährig am 13. September 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Jaroslav Mergl vom 30. Dezember 1942
Bundesarchiv R 3017/12835
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jaroslav Mergl vom 24. Februar 1943
Bundesarchiv R 3017/12835
Sterbeurkunde von Jaroslav Mergl vom 16. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung











