Wilhelm Mikosch
Im Sommer 1937 wird Mikosch vom polnischen Nachrichten­dienst angeworben und erklärt sich bereit, Berichte und Zeichnungen von deutschen Bahnhöfen und Bahn­anlagen sowie Fahrplanbücher zu beschaffen. Er arbeitet eng mit Johann Konieczko zusammen, der sein Mittelsmann zum polnischen Nachrichtendienst ist.
Als Mikosch versucht, einen Verwandten als Informanten zu werben, wird er am 28. Juli 1927 in Oppeln festge­nommen und am 4. März 1929 vom Oberlandes­gericht Breslau zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Nach der Verbüßung der Haftstrafe reist er im September 1933 nach Kattowitz und informiert den polnischen Nach­richtendienst über seinen Prozess, die Haft und seine Mithäftlinge. Er wird jedoch nicht wieder in den Dienst aufgenommen und arbeitet in den folgenden Jahren als Strecken- sowie als Bauarbeiter.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen wird anhand der polnischen Agentenakten der Umfang der Tätigkeit von Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch aufgedeckt.
Der 3. Senat des „Volksgerichtshofs” verurteilt die beiden Männer am 17. August 1943 wegen „Landesverrats” zum Tode. Sie werden am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch vom 17. August 1943
Bundesarchiv R 3017/11745
Sterbeurkunde von Wilhelm Mikosch vom 15. September 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
Bericht über die Vollstreckung von Todesurteilen vom 7. bis 10. September 1943, 17. September 1943
Bundesarchiv R 3001/25019























