Wilhelm Mikosch

21. Juli 1897, Beuthen (Bytom) – 8. September 1943
Wilhelm Mikosch

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Wilhelm Mikosch, 1942

Bundesarchiv R 3018/11619

Wilhelm Mikosch ist zwischen 1914 und 1916 als Streckenarbeiter bei der deutschen Eisenbahn tätig und nimmt anschließend am Ersten Weltkrieg teil. Nach seiner Entlassung aus dem Armeedienst ist er für die Reichsbahn tätig und wird als Hilfsschaffner und Weichenwärter ausgebildet.
Im Sommer 1937 wird Mikosch vom polnischen Nachrichten­dienst angeworben und erklärt sich bereit, Berichte und Zeichnungen von deutschen Bahnhöfen und Bahn­anlagen sowie Fahrplanbücher zu beschaf­fen. Er arbeitet eng mit Johann Konieczko zusammen, der sein Mittelsmann zum polnischen Nachrichtendienst ist.
Als Mikosch versucht, einen Verwandten als Informanten zu werben, wird er am 28. Juli 1927 in Oppeln festge­nommen und am 4. März 1929 vom Oberlandes­gericht Breslau zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Nach der Verbüßung der Haftstrafe reist er im September 1933 nach Kattowitz und informiert den polnischen Nach­richtendienst über seinen Prozess, die Haft und seine Mithäftlinge. Er wird jedoch nicht wieder in den Dienst aufgenommen und arbeitet in den folgenden Jahren als Strecken- sowie als Bauarbeiter.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen wird anhand der polnischen Agentenakten der Umfang der Tätigkeit von Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch aufgedeckt.
Der 3. Senat des „Volksgerichtshofs” verurteilt die beiden Männer am 17. August 1943 wegen „Landesverrats” zum Tode. Sie werden am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Konieczko und Wilhelm Mikosch vom 17. August 1943

Bundesarchiv R 3017/11745

Sterbeurkunde von Wilhelm Mikosch vom 15. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die Vollstreckung von Todesurteilen vom 7. bis 10. Septem­ber 1943, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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