Karl Minster

25. Dezember 1873, Edenkoben – 10. Februar 1943
Karl Minster

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Karl Minster, 1942

Bundesarchiv R 3018/10751

Der Kaufmann Karl Minster wandert 1896 in die USA aus und wird Sekretär der deutschen Gewerk­schaften in Philadelphia, später Redakteur der New Yorker „Volks­zeitung“ und Korres­pondent verschie­dener sozialis­tischer Zeitungen wie dem „Vorwärts“ und der „Wiener Arbeiter­zeitung”. 1912 kehrt er nach Deutschland zurück, tritt der SPD bei und wird Redakteur der partei­nahen Zeitungen in Solingen und Duis­burg.
Nach dem Beginn des Ersten Welt­krieges engagiert er sich in der Opposition gegen die Politik des Parteivor­standes und der Mehrheit der SPD-Reichs­tags­fraktion. Er schließt sich der Spartakus­gruppe an. Im Mai 1917 flieht Minster in die Nieder­lande, um von hier gegen den Krieg zu agitieren. 1918 nimmt er am Grün­dungs­parteitag der KPD in Berlin teil und wirkt zunächst als Orga­ni­sations­leiter in Frankfurt am Main. Er trennt sich im Oktober 1919 jedoch von der KPD und geht zunächst zur Kommu­nistischen Arbeiter­partei Deutschlands, 1921 wechselt er zur USPD.
Von 1928 bis 1933 lebt er in Essen als freier Schrift­steller. Ab 1931 gehört Minster der Sozialis­tischen Arbeiter­partei (SAP) an. Er emigriert 1933 ins Saar­gebiet und flieht nach dem Saar-Referen­dum in das lothrin­gische Metz, später nach Paris. Dort wirkt er in zahlreichen anti­faschis­tischen Organi­sationen. Sein Versuch, 1941 in die USA zu gelangen, missglückt.
Er wird am 10. Dezember 1941 von der Gestapo fest­genom­men und am 27. Juli 1942 durch den 2. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verurteilt.
Der schwer­kranke Karl Minster, der noch ein Gnaden­gesuch einreicht, verstirbt am 10. Februar 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee.

Dokumente

Gefangenenkarte von Karl Minster

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei 3005

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Karl Minster vom 23. Mai 1942

Bundesarchiv R 3017/4887

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Karl Minster vom 27. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/4887

Stellungnahme der Stapoleitstelle Saarbrücken zum Gnadengesuch von Karl Minster, 1. August 1942

Bundesarchiv R 3018/10751

Mitteilung über den Tod von Karl Minster, 12. Februar 1943

Bundesarchiv R 3017/4887

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