Franz Mittendorfer

10. September 1903, Pinsdorf bei Gmunden – 6. Januar 1940
Der in Salzburg lebende Maurer Franz Mittendorfer ge­hört mit seiner Frau Theresia der Glaubens­gemeinschaft der Zeugen Jehovas an. Bereits 1935 wird er wegen der Verbreitung von religiöser Literatur der Zeugen Jehovas in Salzburg zu drei Monaten Haft verurteilt. Als er nach Beginn der Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht einge­zogen wird und aus religiösen Gründen den Militärdienst verweigert, wird er am 14. September 1939 erneut fest­genommen.
Bereits kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen ist am 26. August 1939 die „Kriegs­sonder­strafrechts­verordnung” in Kraft getreten, nach der die Verweigerung des Militär­dienstes als „Zersetzung der Wehr­kraft” geahndet und mit dem Tode bestraft werden kann.
Der Oberreichskriegsanwalt klagt Franz Mittendorfer sowie vier weitere österreichische Zeugen Jehovas, die den Kriegsdienst verweigert haben, am 5. Oktober 1939 an. Er wird am 24. November vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt und am 6. Januar 1940 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Franz Mittendorfer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Franz Mittendorfer vom 6. Januar 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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