Karel Modr

1. Juli 1901, Pschoblik (Pšovlky) – 8. September 1943
Karel Modr

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Karel Modr, 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-344-9

Karel Modr absolviert nach der Schulzeit die Handelsaka­demie in Prag und ist anschließend bei der Böhmischen Indus­trialbank tätig. Von 1922 bis 1924 leistet er seinen Militärdienst in der Tschechoslowakischen Armee. Ab 1920 ist er Mitglied der patriotisch geprägten Turnerver­einigung Sokol.
Nach Verbot und Auflösung des Sokol im Oktober 1941 unter der NS-Besatzung beteiligt er sich ab Anfang 1942 am Aufbau der geheimen Nachfolgeorganisation Jindra, benannt nach dem früheren Sokol-Vorsitzenden Jindřich Vaníček, und unterstützt notleidende Ange­hörige von inhaftierten Funktionären.
Wie zahlreiche andere vormalige Sokol-Mitglieder wird Karel Modr Ende Oktober 1942 im Zuge der Ter­rorwelle nach dem Attentat auf den stellvertretenden „Reichs­protektor in Böhmen und Mähren” Reinhard Heydrich vom 27. Mai 1942 festgenommen. Der „Volks­gerichtshof” verurteilt ihn am 12. August 1943 mit drei weiteren Angeklagten we­gen „Vorbereitung zum Hoch­verrat” zum Tode.
Alle vier Männer werden am 8. Sep­tember 1943 während der sogenan­nten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Josef Beneš und andere vom 12. Juni 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-344-1

Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Beneš und andere vom 12. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-344-1

Sterbeurkunde von Karel Modr vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bericht über die vom 7. bis 10. Sep­tember 1943 im Strafgefängnis Plöt­zensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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