Johann Mohr

28. August 1908, Frankfurt am Main – 18. September 1942
Johann Mohr studiert nach dem Abitur neuere Sprachen und Germa­nistik in Frankfurt am Main. Aus wirt­schaft­lichen Gründen muss er sein Studium jedoch abbre­chen und arbeitet in den folgen­den Jahren als Haus­lehrer in Deutsch­land und Ungarn. Seit 1938 ist er zunächst in Kassel, später in Berlin für die deutsche Ab­wehr tätig und wird mit Aufträgen unter anderem in die Schweiz und auf den Balkan ent­sandt. 1939 wird er jedoch aus dem Dienst entlas­sen.
Bis zu seiner Fest­nahme arbeitet Johann Mohr in verschie­denen Berliner Betrieben und unter­richtet Abend­kurse an einer Berliner Privat­schule, wo er die Litauerin Gertrude Račaitė kennen­lernt. Račaitė, die 1940 für den sowje­tischen Nach­richten­dienst ange­worben worden ist, wirbt auch Mohr für eine Mitar­beit an. In einem Lebens­lauf für den sowje­tischen Geheim­dienst benennt er Mitar­beiter und interne Verbin­dungen innerhalb des deutschen militä­rischen Nach­richten­dienstes.
Johann Mohr und Gertrude Račaitė werden am 22. Juni 1941 festge­nommen. Der 5. Senat des „Volks­gerichts­hofs” verurteilt Johann Mohr am 2. Juni 1942 wegen „Landes­verrats und Feindbe­güns­tigung” zum Tode. Auch Gertrude Račaitė erhält ein Todes­urteil.
Beide werden am 18. September 1942 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Mohr

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Mohr und Gertrude Račaitė, 2. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/12965

Sterbeurkunde von Johann Mohr vom 18. September 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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