Guy Morvan

8. September 1922, St.-Denis/Seine – 4. August 1944
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich arbeitet Guy Morvan im U-Boot-Bunker in Saint Nazaire. 1941 tritt er der von der Wehrmacht gegründeten „Légion des volontaires français contre le bolchévisme“ bei und verbüßt dann wegen unerlaubten Entfernens von der Truppe fünf Monate Haft.
Im September 1942 kommt Morvan als französischer „Zivilarbeiter“ nach Deutschland und wird in Berlin für die Firma Borsig in der Lokomotivproduktion eingesetzt. Morvan bittet nach einem Monat um Versetzung und kommt daraufhin zur Organisation Todt. Von Januar bis Mai 1943 verbüßt er eine viermonatige Gefängnisstrafe wegen des Führens falscher Ausweispapiere. Mitte Mai 1943 beteiligt sich Morvan an einem Einbruchdiebstahl in ein Schokoladengeschäft. Da er nach seiner Entlassung aus der Haft nicht zu Borsig zurückkehrt, kommt er bis zum 28. Juli 1943 in ein „Arbeitserziehungslager“ in Großbeeren.
Das Sondergericht IV bei dem Landgericht Berlin ver­urteilt ihn zusammen mit zehn weiteren Zwangsarbeitern am 22. Juni 1944. Wegen des Einbruchdiebstahls und des Vorwurfs der Zuhälterei ergeht gegen Morvan ein Todesurteil.
Nach der Ablehnung seines Gnadengesuchs wird der 21-jährige Guy Morvan am 4. August 1944 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Guy Morvan

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Guy Morvan, 4. August 1944

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3999/3

Sterbeurkunde von Guy Morvan vom 5. August 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück