Johann Mroncz

28. Oktober 1882, Ruda (Ruda Śląska) – 24. Juli 1942
Johann Mroncz

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johann Mroncz, 1942

Bundesarchiv R 3017/19303

Johann Mroncz wird in Ruda in Oberschlesien als Sohn eines Bergmannes geboren. Er besucht die deutsche Volksschule und arbeitet anschließend im Borsig­werk in Oberschlesien. In den Jahren 1903 bis 1905 leistet er im Grenadier­regiment 10 seinen Wehrdienst ab. Im Oktober 1915 wird er eingezogen und ist ab Frühjahr 1916 bis Kriegsende an der Front eingesetzt.
Im Anschluss ist er in verschie­denen Städten im Bergbau tätig bis er 1933 als Invalide entlassen wird.
Im Sommer 1935 tritt er in den Dienst des polnischen Nachrichten­dienstes und erfüllt für diesen mit seinem Mitange­klagten Stanislaus Drzymalla verschiedene Aufträge. Zu ihren Aufgaben gehören vor allem die Ausspä­hung von Mobil­machungs­vorbereitungen und die Erkundung der deutschen Spionage­tätigkeiten.
Johann Mroncz wird am 16. April 1942 vom 4. Senat des „Volks­gerichts­hofs” wegen „Landes­verrats” zum Tode verurteilt und am 24. Juli 1942 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Mroncz

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Mroncz und Stanislaus Drzymalla vom 16. April 1942

Bundesarchiv R 3017/13028

Berlin-Plötzensee, den 23. April 1942.
Johann Mroncz

An Reichskanzlei der Führer Abteilung in Berlin.

Ich Johann Sohn des Bergmann Ignatz Mroncz Mutter Josefine geborene Geralla. Bin am 28 Oktober 1882 und in Ruda O/S. Kreis Kattowitz geboren. Ich besuchte die Volkschule in Ruda und Biskupitz. Aus der Schule entlassen arbeitete ich als Handlanger und später als Maschienarbeiter auf der Hedwingwunsch-Grube in Borsigwerk. Mit 20 Jahren ging ich auf die Brandenburg-Grube in Ruda wo ich auch 1933 von derselben Ballestromsche Verwaltung an Arbeitsmangel entlassen wurde, 1903 bin ich als Rekrut zu der III Comp. Grenadier Rgt 10. in Schweidnitz eingezogen und 1904 Entlassen. Am dritten Mobilmachungstage bin ich Einberufen 1914 und im selben Jahre im Dezember zu Arbeit auf die Conkordia-Grube bei Hindenburg geschickt. Am 20 Oktober 1915 wurde ich zum Res. Rgt. No. 22 eingezogen, und am 20 November 1918 vom Landwehr Rgt. No 10. aus den Vogesen entlassen.
Bin verheiratet seid 1906 mit Rosalie Binasch geboren am 12 August 1884 in Biskupitz Kreis Hindenburg. Aus meiner Ehe sind mir noch zwei Kinder geblieben. Ein Sohn und eine Tochter beide verheiratet in Ruda, und haben beide die deutsche Einbürgerung bekommen, weil Sie Deutsch erzogen sind, mein Sohn der Technische Nothilfe angehört, und auch schon Ausgemustert zu Truppe ist. Ist von Beruf Schlosser und Instalateur, und meine

Tochter mit einem deutschen Inställateurmeister verheiratet, wo er auch in der Technische Nothilfe Dienst thut und Ausgemustert ist in der Gemeinde Ruda Kreis Kattowitz. Meine Frau ist wegen ihrem Deutschthum vom Polnischen Amtsgericht in Rud bestraft, und im August 1939 weil ich mich nach der Frau gerichtet habe, bin ich aus Kattowitz aus dem Gefängnis nach Kongreß Polen Gefängnis Rielze verschlept, wo ich im September 1939. bei der Eihnahme von deutscher Wehrmacht mit 200 deutsche Männer und Frau Entlassen. Beweise sind im Gefängnis Kattowitz. Als ich 1939 von der Grube Entlassen wurde, befaßte ich mich mit deutscher Waare weil der Schmugel von Deutschland erlaubt wurde. Bei einer Gefangnahme mit deutscher Waare in Polen, wurd ich unwissend zu Landesverraht 1935 bis 1938 verführt von einem Grenzkomissar. Ich war unwissend in der Beziehung, beschwindelt war ich und von andern hintergangen. Meine Famielie wußte nichts und ich war schwer in Sorge, Miethe konnte ich nicht bezahlen, ich hatte große Not und Elend, so habe ich mich mit Schmugel befaßt. Ich bedaure daß sehr und bin bis 17 April 1942 unbestraft. Am 16. April bin ich vom 4 Senat Volksgericht in Berlin zum Tode verurtheilt.
Ich Bitte um Begnadigung weil ich daß als unbewußter Polnischer Staatsbürger gethan habe 1935 bis 1938 aus Not, begangen habe. Aus Rücksicht meiner deutschen Frau, und meiner deutschen Kinder, bitte ich meine Bitte zu berücksichtigen und Begnadigen zu wollen.

Johann Mroncz.

Handschriftliches Gnadengesuch von Johann Mroncz vom 23. April 1942

Bundesarchiv R 3017/19303

Bekanntmachung der Hinrichtungen von Johann Mroncz und Stanislaus Drzymalla vom 24. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/19302

Sterbeurkunde von Johann Mroncz vom 25. Juli 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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