Johann Mühl

15. Mai 1896, Kemeten – 22. Februar 1943
Johann Mühl wird am 15. Mai 1896 in Kemeten in der Steier­mark geboren und nimmt im Ersten Welt­krieg als Soldat an den Kämpfen an der italie­nischen und rus­sischen Front teil. Ab 1919 gehört er bis zu deren Verbot 1934 der Sozial­demo­kratischen Partei Österreichs an.
Als Angehöriger der Beleg­schaft der Schiffs­werft in Korneuburg wird der Maurer­gehilfe im Juni 1941 von einem Kollegen für die verbotene Kommu­nistische Partei Öster­reichs (KPÖ) angeworben und leistet einen mo­natlichen Mitgliedsbeitrag von zwei Reichsmark für die Unter­stützung der Angehörigen inhaftierter Kommu­nisten.
Für einen zur Wehrmacht eingezogenen Zellen­leiter übernimmt er außerdem die Stelle des Kassierers, der bei den anderen Mitgliedern der kommu­nistischen Zelle monatliche Beiträge für die KPÖ einsam­melt.
Johann Mühl wird deswegen am 21. August 1942 vor­läufig festge­nommen und gemeinsam mit seinen Kolle­gen Johann Gruber, Anton Jordan, Rudolf Alexander, Ferdinand Sagerl und Johann Wutzl am 19. Oktober 1942 vom „Volks­gerichtshof” angeklagt.
Der 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” verurteilt ihn am 24. November 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode. Auch die Mitangeklagten Gruber, Alexander und Jordan werden zum Tode verurteilt. Ferdinand Sagerl und Johann Wutzl werden zu je acht Jahren Zucht­haus­strafe verurteilt.
Johann Mühl wird am 22. Februar 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Mühl

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Mühl und weitere Personen vom 19. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/25607

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Mühl und weitere Ange­klagte vom 24. November 1942

Bundesarchiv R 3017/25607

Bekanntmachung der Hinrichtung von Johann Mühl, Rudolf Alexander, Johann Gruber und Anton Jordan vom 22. Februar 1943

Bundesarchiv R 3017/25614

Sterbeurkunde von Johann Mühl vom 24. Februar 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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