Václav Najbrt

16. Juni 1886, Jesenik (Jesenice) – 22. Oktober 1942
Václav Najbrt ist promo­vierter Slawist und über­setzt unter anderem Werke von Puschkin ins Tsche­chische. Ab 1920 lehrt er an Hoch­schulen, 1927 wird er Direktor der Handels­akademie in Unga­risch Hradisch (Uherské Hradiště).
Nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht schließt er sich im Juli 1939 der zivilen Wi­derstands­grup­pe Politische Zentrale (PÚ – Politické ústředí) an, die wenig später mit der Militär­gruppe Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) fusio­niert. Václav Najbrt wird Kreis­leiter von Unga­risch Hradisch und gewinnt zwei Bekannte als Mitarbeiter.
Am 1. September 1939 wird er im Rahmen der „Aktion Albrecht I.” festge­nommen, bei der im Zusam­men­hang mit dem Überfall auf Polen miss­liebige Personen des öffent­lichen Lebens in Konzen­trations­lager ver­schleppt werden, kommt jedoch Mitte November wieder frei.
Am 30. November 1939 wird der Vater dreier Kinder nach der Enttar­nung der „Intelligenz- oder Profes­soren­gruppe” erneut fest­ge­nommen. Am 9. Juni 1942 verurteilt der „Volks­ge­richtshof” ihn zusammen mit Jan Uher und drei weiteren Ange­klagten wegen „Vor­be­reitung zum Hoch­­verrat” zum Tode. Das Urteil wird vor dem Hinter­grund des Atten­tats auf den stell­vertre­tenden „Reichs­protektor” Reinhard Heydrich „aus Gründen der Abschre­ckung” ge­sprochen. Dieser war fünf Tage zuvor seinen Verletzun­gen erlegen.
Václav Najbrt stirbt am 22. Oktober 1942 im Strafge­fängnis Plötzen­see noch vor der Urteils­voll­streckung.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Václav Najbrt

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Jaroš und andere vom 9. Juni 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-201-1

Sterbeurkunde von Václav Najbrt vom 23. Oktober 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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