Josef Netuschil

30. Juni 1914, Zöllnei (Celné) – 4. März 1943
Josef Netuschil

Passfoto von Josef Netuschil

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-430-6

Josef Netuschil wächst in Zöllnei (Celné) in den Sudeten auf und ist Teil der deutschen Minderheit in der Tsche­choslowakei. Seit 1940 ist er als Betriebs­fachwerker in den Hydrier­werken in Stettin-Pölitz tätig.
1929/30 gehört er der KPD in Rengers­dorf im Kreis Glatz an. Weil er nach dem Reichstags­brand die Nachricht ver­breitet, die National­sozialisten selbst hätten das Gebäude in Brand gesteckt, wird er im Frühjahr 1933 festgenom­men und am 15. Januar 1934 vom Sonderge­richt Breslau auf Basis der „Heim­tücke­verordnung” zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haft wird er in die Tschecho­slowakei abge­schoben. Weil er 1936 wieder ins Deutsche Reich zurückkehrt, wird er zu weiteren zwei Monaten Haft verurteilt.
In der Haftanstalt Glatz lernt er Richard Parsch kennen, der wegen Spionage für die Tsche­choslowakei inhaftiert ist. Auf dessen Anweisung zeigt Josef Netuschil nach seiner Entlassung den Sudeten­deut­schen Franz Manlig, der für den deutschen Nach­richtendienst tätig ist, bei der tsche­chischen Gendar­merie an. Manlig wird daraufhin vom Kreisgericht Brünn wegen Militär­verrats zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Nach der Annexion der Sudeten durch das Deutsche Reich wird Franz Manlig freige­lassen und Josef Netuschil am 14. Dezember 1942 als vormaliger tschecho­slowa­kischer Staats­angehöriger vom „Volks­gerichtshof” wegen „Verrats von Staats­geheimnissen” zum Tode verurteilt. Er wird am 4. März 1943 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Netuschil

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Josef Netuschil vom 14. Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-430-7

Gnadengesuch von Josef Netuschil vom 24. Dezember 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-430-9

Mitteilung über die Hinrichtung von Josef Netuschil vom 4. März 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-430-8

Sterbeurkunde von Josef Netuschil vom 5. März 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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