Benno Neuburger
Nach den Novemberpogromen von 1938 wird Benno Neuburger zur Aufgabe seines Geschäfts gezwungen. Im März 1942 wird er mit seiner Ehefrau in das Baracken­lager Milbertshofen zwangsumgesiedelt. Bereits kurz darauf, am 24. März, wird er festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, seit Herbst 1941 vierzehn anonyme, nicht adressierte Postkarten, auf denen er Hitler beschimpft, in Postkästen geworfen zu haben.
In den Verhören erklärt Benno Neuburger, dass er mit seinen Karten gegen die antisemitischen Maßnahmen und die von Hitler angekündigte „Ausrottung des Judentums” protestieren wollte.
Benno Neuburger wird nach Berlin überstellt und am 20. Juli 1942 vom 2. Senat des „Volksgerichtshofs” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt.
Er wird am 18. September 1942 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet. Seine Frau Anna Neuburger ist bereits am 23. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert worden. Sie wird im September 1942 im Vernichtungs­lager Treblinka ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Benno Neuburger
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Benno Neuburger, 6. Mai 1942
Bundesarchiv R 3018/2999
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Benno Neuburger, 20. Juli 1942
Bundesarchiv R 3018/2999
Stellungnahme des Vorstandes der Untersuchungshaftanstalt Moabit zum Gnadengesuch von Benno Neuburger, 29. Juli 1942
Bundesarchiv R 3018/2999
Letzte Verfügung
Ich Benno Israel Neuburger wünsche und bestimme und bitte ganz bestimmt meine Leiche, durch die jüdische Gemeinde Berlin bestatten zu lassen.
[* jüdischer Bestattung] Ich bin zwar in der Sterbekasse Phönix München, doch werden die Kosten hierfür auch von meinem Bankkonto Nr 65331. Dresdner Bank München Hauptbank auf Verlangen bezahlt werden müssen. Auch bitte einen
ganz billigen Stein oder Platte auf dem Grabe anzubringen
Ich wünsche und verlange eine Erdbestattung durch die Berliner jüdische Gemeinde unter Beistand eines Rabbiners.
Die Kosten wolle auch von meinem Bankkonto verlangt werden und der Kultusgemeinde München mitgeteilt werden, daß diese das Nötige besorgt und auch meine Frau verständigt.
Ich bitte um ganz bestimmte Erledigung meines dieses letzten Wunsches.
Plötzensee 17 September 1942.
l. Unterschrift Benno Israel Neuburger.
[linker Rand: Uhr und Alles nach München Kultusgemeinde senden.]
Letzte Verfügung von Benno Neuburger, 17. September 1942
Bundesarchiv R 3018/2999























