Paul Neuhäuser

13. März 1901, Hamm – 21. April 1943
Paul Neuhäuser wird am 13. März 1901 in Hamm geboren und ist nach dem Besuch des Realgym­nasiums als Volon­tär in der Elektro­industrie beschäftigt. Im Februar 1919 schließt er sich bis zu deren Auflösung 1920 der nationa­listischen „Brigade Ehrhardt“ an. Zwischen Mai und November 1923 ist er Mitglied der NSDAP, 1930 tritt er erneut der NSDAP und ebenfalls der SA bei. Bis zu seiner letzten Beschäf­tigung ab März 1939 im Heeres­zeugamt in Unna ist er als Arbeiter, Angestellter oder Bergmann tätig.
Im Heeres­zeugamt arbeitet er als Schreiber in der Ab­teilung, die für die Ausrüstung der Wehrmacht mit Nach­richten­geräten verantwortlich ist, im Herbst 1941 wird ihm die Führung der Kartei übertragen, in der Zu- und Abgänge an Ausrüstungs­material verzeichnet werden. Zwischen Frühjahr 1940 und März 1942 ent­wendet Paul Neuhäuser aus dem Heeres­zeugamt unter anderem Radioröhren, Glühlampen, Lichtschalter und Kondensatoren im Wert von über 4.000 Reichsmark. Er benutzt diese Materialien für die Anlage von elektrischen Leitungen in seiner Wohnung und der Wohnung seiner Freundin.
Dafür wird er vom 4. Senat des „Volks­gerichtshofs” am 28. November 1942 als „Volks­schädling“ wegen „Dieb­stahls von Heeresgut“ und wegen „Wehrmittel­beschädi­gung in einem schweren Falle“ zum Tode verurteilt und am 21. April 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Paul Neuhäuser

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Paul Neuhäuser vom 28. November 1942

Bundesarchiv R 3017/5152

Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Paul Neuhäuser vom 21. April 1943

Bundesarchiv R 3017/5152

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee zum Abgang des Gefangenen Paul Neuhäuser vom 21. April 1943

Bundesarchiv R 3017/5152

Sterbeurkunde von Paul Neuhäuser vom 22. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück